HIGH NOON: Cowboysongs No. 4 – KEEP ON THE SUNNY SIDE

‚Neue‘ CD von High Noon aus Göttingen. Aufgenommen wurden die meisten Songs bereits in den Jahren 2010 bis 2012. Zu diesem Zeitpunkt war etwa die Hälfte der Titel eingespielt. Da erhielt Hans Rolirad die Diagnose Krebs. Schon zwei Tage später wurde er operiert. Es folgte von September 2012 bis Februar 2013 die Chemotherapie. So kam es, dass das Duo HANS ROLIRAD und JEFF STONE einige Monate überhaupt nicht zusammen spielten oder auftraten. Auch das Singen fiel dem Rekonvaleszenten zunächst schwer. Doch dann, bereits ab etwa Mitte Oktober des Vorjahres, wagten sich die beiden wieder ans Aufnehmen; wer genau rein hört und den Hans seit langem kennt, der merkt schon ein wenig: die Stimme ist bei einigen Songs noch nicht wieder so stark, wie man sie sonst von ihm kennt. Sie hatten sich vorgenommen, diesmal mehr wirkliche Oldtime-Songs zu bringen. Und mit solchen einem Instrumentalstück fängt die CD auch gleich an: Cripple Creek, dann Hold That Critter Down und auch Cool Water zählen dazu; aber auch I’m going Back to The Old House, Down In The Valley, Stay In The Wagon Yard und natürlich If Blue is The Color of Lonesome; nicht zu vergessen der Titel Song Keep On The Sunny Side, der gleichsam das neue Motto nach überstandener Krankheit sein dürfte. Hans meint dazu, er folge damit einer alten Country-Tradition, nach der man, auch wenn man nicht sehr religiös ist, viele der eingespielten Titel auch weltlich interpretieren kann. Nebenbei: Jeffs Dad ist Baptisten-Prediger und mag es, wenn sein Sohn auch solche Lieder singt.
Natürlich darf auf solch einer CD auch der eine oder andere Waylon-Song, wie hier und heute z. B. Mama, Don’t Let Your Babies Grow Up to Be Cowboys, nicht fehlen. Da Hans auch gerne (und fließend) spanisch spricht, hat er auch einen Song von Freddy Fender mit im Programm: Before The Next Teardrop Falls – mit viel Gefühl gesungen und mit der BluesHarp verfeinert – echt zum Hinhören. Ganz im Gegensatz dazu führt uns der Song Candy & Women von Bill Haley zurück in die Zeit vor den Golden Fifties, aus dem Jahre 1948 nämlich, als er bei den Four Aces of Western Swing spielte und sehr schön gejodelt hat – er gehört, man höre und staune, zu den Lieblingssongs des Duos.
Bemerkenswert ist – wer High Noon bereits live erlebt hat, weiß das – die Vielfalt der eingesetzten Instrumente; bei Hans sind es neben der Gitarre u. a. die Autoharp, die Dobro und die Harmonica, bei Jeff neben dem Banjo u. a. die Mandoline und die Ukulele.
Diese vierte CD mit (wieder einmal) 19 Titeln und rund einer Stunde Spieldauer ist etwas für absolute Kenner und Liebhaber dieses Genre.
Wollen wir fest hoffen, dass wir High Noon in Kürze wieder auf der einen oder anderen Bühne live erleben dürfen. Nähere Infos über das Duo einschließlich Hörproben unter: www.cowboysongs.de.
 Wolfgang J. S. Weiher