DVD: Das Rätsel der grünen Spinne

Beim Tier im Titel handelt es sich um den Namen einer Bar, “Die grüne Spinne”, die fast ausschließlich von Stars der deutschen Musikszene des Jahres 1960 frequentiert wird. Es beginnt mit Angèle Durand, die jedoch direkt nach ihrem Auftritt ein Opfer des Mörders wird. Nun gilt es, den Täter zu fassen, und dabei den erwähnten Stars gleichzeitig möglichst viele Auftritte zu gewähren. Dies gelingt leidlich, denn ständig steht jemand auf der Bühne und singt, und darunter sogar Interpreten mit größeren oder kleineren Affinitäten zur Country Music oder dem Rock & Roll. Will Brandes beispielsweise ist sogar mit zwei Songs zu sehen und zu hören („Du bist schön“ b/w „Hallo Fräulein Amerika“, als Single erschienen), Detlef Engel trägt seinen Hit „Mister Blue“ bei, ebenso Bill Ramsey, der in der Figur des Bill Brown nicht nur am „Telefon aus Paris“ verlangt wird, sondern sogar ein bisschen die Handlung unterstützt. Jean Thomè als Barkeeper Charly und Danny Mann als Sängerin Penny Miller spielen neben ihren Gesangsbeiträgen ebenfalls noch kleine Rollen in diesem als „Musikkrimi“ angepriesenen Film. Genial natürlich dann die Auftritte des Hazy Osterwald Sextetts, einmal in Cowboy- und Indianerklamotten mit einer Parodie auf das Red River Valley, und am Ende des Streifens als neue Barinhaber und dem passenden Song „In der Bar zur blauen Bohne“. Und der Mörder?
Ja, der wird gefunden, nachdem er noch einige Male zuschlägt. Reporter Peter Thorsten (Hoven) und das Beinahe-Opfer Yvonne (Ewert) führen die ermittelnden Kommissare (Brockmann und Wiedenhofen) auf die richtige Spur. Der Startrompeter Ted Wagner (von Borsody) war’s, raffiniert eingefädelt, aber die Gerechtigkeit siegt.
Der noch in s/w gedrehte Streifen bietet ein 4:3-Bild, und den deutschen Ton in Dolby Digital 2.0. Als Extra liegt ein Nachdruck der Illustrierten Film-Bühne mit Stab- und Besetzungsliste, Szenenfotos, Inhaltsbeschreibung, sowie mehreren Songtexten bei.

Ulrich K. Baues