DVD: 13 kleine Esel und der Sonnenhof

Der Film bietet ein geradezu klassisches Beispiel, wie tief während der fünfziger Jahre Cowboys und Indianer im täglichen deutschen Leben verwurzelt waren. Martha Krapp (Hoppe) leitet eigenständig ein Waisenhaus mit dem Namen „Sonnenhof“. Plötzlich taucht ihr Mann Josef (Albers) wieder auf, nachdem er Jahre zuvor sang– und klanglos verschwand, um die Welt zu sehen. Da die Waisenkinder von Josef und seinem Image als Cowboy völlig begeistert sind, befürchtet Martha einen negativen Einfluss. Aber eigentlich hilft er den Kindern nur bei ihren Streichen, alles wieder ins Reine zu bringen. Tatsächlich stellt Josef häufig sowohl mit seinen Erzählungen, als auch hinsichtlich Kleidung einen Cowboy dar. Einer der Jungs hält ihn gar für Tom Mix, den Western-Star. Und dass die Kinder zwischendurch allesamt als Indianer verkleidet mitwirken, wundert dann nicht mehr. Die Geschichte dreht sich weiter um Geschehnisse im Dorf. Toll, wie Josef in der dunklen Kneipe seine Kumpane mit Halstüchern getarnt auf Stühlen zum Reiten wie in Texas animiert, und als Revolver leere Weinflaschen herhalten müssen. Letztendlich gelingt auch die Rettung der titelgebenden 13 kleinen Esel vor der herannahenden Eisenbahn, und danach vor dem Schlachthof. Als Josef dann eines der Kinder aus einem brennenden Schuppen rettet, sieht sogar Martha ein, dass sie dem Heimkehrer eine Chance geben kann, mit ihr zusammen auf dem „Sonnenhof“ zu leben.
Es handelt sich bei diesem Film um die vorletzte Arbeit von Hans Albers. Er singt einige Male und begleitet sich dabei zur Gitarre. Die Musik stammt übrigens von Martin Böttcher, dem späteren Komponisten der „Winnetou“-Melodie. Das Bild zeigt ein 4:3-Format, und der ausschließlich deutsche Ton erklingt in Dolby Digital 2.0 Mono. Außer Filmtrailern gibt es keine Extras. Der Film „13 kleine Esel“ wird zusammen mit der in s/w gedrehten, rund achtzig Minuten langen Hans-Albers-Revue „In meinem Herzen, Schatz …“ zusammen in einer Box angeboten.

Ulrich K. Baues