CD/DVD: Roy Orbison – Black & White Night 30

Inzwischen vergingen tatsächlich fast dreißig Jahre, seit sich dieses fantastische Konzert im legendären Cocoanut Grove ereignete. Der Cocoanut Grove war ein Nachtclub im weltbekannten Ambassador Hotel auf dem Wilshire Boulevard von Los Angeles, jener Luxusherberge, in welcher 1968 Robert F. Kennedy ermordet wurde, und worin der 1990er Kinoerfolg „Pretty Woman“ angesiedelt war. Dort, zu dieser gänzlich in s/w aufgezeichneten Veranstaltung, sammelte Roy Orbison am 30. September 1987 einen Kreis erlesener Musiker um sich herum. Darunter Elvis Presleys ehemalige Begleitung TCB-Band, Jackson Browne, J. D. Souther, Bonnie Raitt, Tom Waits, und einige weitere Prominente. Nach Ankündigung seitens T Bone Burnett startet auf der DVD eine fantastische Show, die auch zu Beginn des Jahres 1988 im US-amerikanischen Kabel-TV-Kanal Cinemax lief. Hier sieht man jedoch eine aus dem reichlich vorhandenen Filmmaterial neu zusammengeschnittene Version. Roy und seine Edel-Musiker lassen größtenteils die Erfolge von „Big-O“ vom Stapel. Es gibt also bekannte Songs wie „Only the Lonely“, „It’s Over“ oder „Oh, Pretty Woman“, aber eben nicht von Studiomusikern zelebriert, sondern von den genannten Stars. Roys Stimme dominiert natürlich trotzdem. Fast zwanzig Titel gibt es hier, und darunter auch die drei bei der besagten TV-Ausstrahlung aus Zeitgründen geschnittenen Aufnahmen, also „Blue Bayou“, „Claudette“ und „Blue Angel“; diese erschienen bislang lediglich auf einzelnen Ton- oder Bildträgern. Kurz nach dem Ende der offiziellen Show traten die Musiker vor den wenigen noch verbliebenen Zuschauern erneut an, und spielten fünf Titel ein weiteres Mal, die als „Secret Post Show“ aufgerufen werden können. Just vor dem Schluss des letzten Songs „Uptown“ endet allerdings das Videoband, und es läuft lediglich die Ton-Aufzeichnung weiter. Als Bonusmaterial gibt es mehr als eine halbe Stunde lang Ausschnitte von den Proben und kurze Interviews mit den beteiligten Stars zu sehen, auch hier alles in s/w gefilmt. Eine s/w-Bildergalerie vervollständigt das DVD-Angebot. Die CD fällt demgegenüber natürlich stark ab, denn sie enthält lediglich die Titel des offiziellen Konzerts; die „Secret Post Show“ lässt sich jedoch über den mitgelieferten Code herunterladen. Weiterhin liegt dem aufwendigen CD-/DVD-Set ein mehrseitiges Booklet bei, mit einigen Informationen zur Veranstaltung und mehreren Fotos – wohl unnötig, zu erwähnen, dass auch diese allesamt in s/w sind.

Ulrich K. Baues