CD-Box: Juliane Werding – Original Album Classics

Im Juli wird Juliane Werding ihren 60. Geburtstag feiern. Sicherlich ein guter Anlass, auf ihre musikalischen Leistungen zurück zu blicken. Mit den jetzt vorgelegten Original Album Classics gelingt dies auch ohne Probleme, denn hier versammeln sich ihre ersten fünf LPs aus den siebziger Jahren, also vom Start 1972 bis hin zu ihrer letzten Scheibe bei der Plattenfirma Hansa 1978. Unberücksichtigt blieben Zusammenstellungen wie „Goldene Super 20“, u. ä. Auf dem Erstling „In tiefer Trauer“ (Hansa 86258 IT) hört man natürlich „Conny Kramer“, im Original „The Night They Drove Old Dixie Down“, geschrieben von Robbie Robertson (the Band), und zur selben Zeit, also 1972, ein Hit von Joan Baez in den US-Charts. Als weitere herausragende Aufnahmen können zweifellos „Lass uns miteinander reden“ und „Ein morscher Baum trägt keine guten Früchte“ angesehen werden, ersterer im Original „Never Been to Spain“ aus der Feder Hoyt Axtons, und der zweite als „Eve of Destruction“ in der Fassung von Barry McGuire ein Welthit. Ähnlich auch die Konstellation der zweiten LP „Mein Name ist Juliane“ (Hansa 87317 IT). Bei der Einstufung „Arme Mama“ wirkte J. J. Cales „Crazy Mama“ als Vorbild, bei der Feststellung „Die Antwort weiß ganz allein der Wind“ natürlich „Blowin‘ in the Wind“. Mit darauf auch „Wildes Wasser“, im Original „Nights in White Satin“ von den Moody Blues, Julianes einziger erwähnenswerter Single-Hit aus dieser LP. Bei der Nachfolgescheibe „Wenn du denkst, du denkst“ (Hansa 89252 IT) lief es wieder besser, denn der Titelsong aus der Feder Gunter Gabriels erreichte als Single mühelos die Top Ten der deutschen Hitparade. Gute Versionen gibt es hier auch von Olivia Newton-Johns „Let Me Be There“ und Jim Croces „Age“; beim ersten als „Morgens Fremde, mittags Freunde“ eine leider nur wenig erfolgreiche Single, beim zweiten als „Die Zeit, in der wir leben“ verarbeitet. Für die „Oh Mann, oh Mann“-LP (Hansa 25700 IT) wählte man ebenfalls einige ausgezeichnete Titel aus der Country-Ecke, so den „Nachruf auf Luigi Thomsetti“, als „Ode to Billie Joe“ ein Welterfolg für Bobbie Gentry, oder der originelle „Sonnenbrand in Westerland“, worin Juliane das „Margaritaville“ von Jimmy Buffett covert. Den Abschluss bildet die LP „… ein Schritt weiter“ (Hansa 26483 OT). Deren Opener „Postfach auf der grünen Wiese“ stellten im Original Fleetwood Mac als „Don’t Stop“ zur Verfügung. Mit dem gospellastigen „Du brauchst eine Frau, Johnny, Johnny“ sowie dem textlich eher ungewöhnlich angelegten „Prozeß“ beendet hier Juliane die siebziger Jahre, jedenfalls musikalisch. Auf allen fünf Tonträgern gibt es natürlich noch weitere bekannte und großartige Songs. Juliane setzte damals Maßstäbe, wandelte erfolgreich zwischen Liedermacher, Folk und Country Music hin und her, und sammelte auch in späteren Jahren noch viele Erfolge ein.

Ulrich K. Baues