CD: Verschiedene Künstler – Eine Nacht am Rio Grande

Man sollte den Titel nicht ganz so wörtlich nehmen. Es ist hier nicht nur vom gleichnamigen texanisch-mexikanischen Grenzfluss die Rede. Der Untertitel passt dagegen genau, denn die Aussage „die schönsten Cowboy-Schlager der 50er & 60er Jahre“ trifft den Kern. Wer auf diesem Gebiet damals Rang und Namen hatte, steckt auf diesen beiden Scheiben. Manchen, wie Gerhard Wendland, hätte man dies nicht zugetraut; hier ist er u. a. mit „Bei uns in Laramie“ aus dem Jahre 1955 zu hören. Auch über Caterina Valente staunt man, denn sie steuerte hier nicht nur den Titelsong bei, sondern enthüllte 1961 erfolgreich „Der Sheriff von Arkansas ist ‘ne Lady“. Ralf Paulsens „Bonanza“ von 1963 dagegen wird man hier sicherlich geradezu erwartet haben, auch die Aufnahmen von Bruce Low. „Da sprach der alte Häuptling der Indianer“ von Gus Backus gehört natürlich ebenfalls in diese Kollektion, wie auch „Die letzte Rose der Prärie“ vom früheren deutschen Olympiasieger Martin Lauer, und Peter(li) Hinnen mit seiner Behauptung „Auf meiner Ranch bin ich König“. Überraschender sind da schon „Blacky Jones“, gesungen vom normannischen Kleiderschrank Curd Jürgens, oder das „Bye Bye Tennessee“ von Kommandanten des Raumschiffs Orion, Dietmar Schönherr. Die James Brothers, also Peter Kraus und Jörg Maria Berg, u. a. mit „Cowboy Billy“ von 1959 fehlen nicht, und ebenso wenig die Missouris, also Michael Holm und Boy Berger, mit ihrem Erfolg von 1961, „Texas Jimmy“. Lolita und das Western Trio liefern mehrere Titel, ebenso Jost Wöhrmann und Bill Kilima. Im Booklet stehen diskografische Informationen zu allen fünfzig Aufnahmen, und eine kurzgefasste Einführung zum Thema dieses CD-Sets.

Ulrich K. Baues