CD: Various Artists – The Hits of the Year 1955

Ein Blick um 65 Jahre zurück eröffnet uns eine völlig andere Welt. Als politisch bedeutsam lassen sich die Beendigung der damaligen Besatzungszeiten für Westdeutschland, die „DDR“ und Österreich ansehen. Doch während man sich in Österreich für eine immerwährende Neutralität entschied, trat Westdeutschland der NATO und die „DDR“ dem Warschauer Pakt bei – die Spaltung Deutschlands vertiefte sich damit weiter. Ein anderes tragisches Ereignis stellte in den USA der Unfalltod James Deans in Kalifornien dar. Ebenfalls in Kalifornien eröffnete Walt Disney mit dem „Disneyland“ seinen ersten Themenpark. Lang ist dies alles schon her. Diese beiden CDs präsentieren die damals überwiegend in den USA und auch in Großbritannien angesagte Musik. Der Streifen „Saat der Gewalt“ (Blackboard Jungle) lief in den Kinos an, und somit bot in jenem Jahr auch musikalisch ein bahnbrechendes Ereignis – der Rock & Roll etablierte sich. Billy Haley & his Comets eröffnen daher diesen Rückblick natürlich mit „Rock Around the Clock“, und liefern dazu noch den „Mambo Rock“, sowie die Aufforderung „Shake, Rattle and Roll“. Sängerinnen und Sänger dominierten aber noch die Radiosendungen und Charts, und folgerichtig treten hier Frank Sinatra, Dean Martin, Doris Day, Nat King Cole und Tony Bennett an. Es gab in jenem Jahr auch überaus erfolgreiche Instrumentaltitel, wie „The Yellow Rose of Texas“ mit Mitch Miller, sowie „Cherry Pink and Apple Blossom White“ mit Perez Prado zeigen. Die Country-Szene wird hier von Frankie Laine mit „Cool Water“, Tennessee Ernie Ford, sowie Slim Whitman mit u. a. „Indian Love Call“ vertreten. Der englische Radiomoderator Jimmy Young stellt hier seinen „Man from Laramie“ vor, mit dem er in Großbritannien sogar den ersten Platz der dortigen Hitparade erreichte. Weitere Aufnahmen steuern Perry Como, Petula Clark oder die Ames Brothers bei. Und bei „The Breeze and I“ reiht sich sogar Caterina Valente eher unauffällig zwischen den insgesamt fünfzig Titeln ein. Das schmale Booklet nennt die diskografischen Angaben zu allen hier vorgestellten Titeln.
Ulrich K. Baues