CD: Various Artists – Ski Jump

Derzeit laufen ja ohnehin die XXIV. Olympischen Winterspiele in der chinesischen Hauptstadt Peking. Da wirkt eine CD mit dem Titel „Ski Jump“ samt den darauf versammelten Klassikern nun wirklich nicht unpassend, und Aprés Ski gab es schließlich auch in früheren Zeiten. Aber nicht nur dieser aktuelle sportliche Bezug weckt Interesse, sondern auch ein Blick auf die Liste der hier ausgesuchten Titel und Interpreten. Die den Country Music Fans geläufigen Namen wie Marty Robbins oder Bob Luman springen natürlich sofort ins Auge, Marty findet „Footprints in the Snow“ und Bob stellte 1961 den „Great Snow Man“ vor, der ihm ausgerechnet und auch ausschließlich in Australien zu einem kleineren Hit verhalf. Soviel Glück hatte Faron Young mit seinem „Snowball“ nicht; dieser erschien 1957 als Rückseite der nicht plazierten Single „Locket“. Von den großen Stars der sechziger Jahre gibt es auch große Hits, Jim Reeves beispielsweise trotzte 1961 ganz vorne in den Charts einem „Blizzard“. Hank Snow brachte dagegen seinen „Snowbird“ 1973 ausschließlich auf einer LP unter. Doch außer Country Music enthält diese CD auch noch weitere Musikrichtungen. Als Opener wählte man beispielsweise das 1948er „Winter Weather“ von Benny Goodman und seinem Orchester, in Begleitung von Peggy Lee und Art Lund. Die Del-Vikings samt Gus Backus betrachten sich hier als „Snowbound“, die Belmonts erklären alles mit „Wintertime“, wozu das Kingston Trio die wenig überraschende Feststellung der „White Snows of Winter“ von 1960 beisteuert. Von deutscher Seite gibt es die „Schlittenpferde“, eine Aufnahme von Erhard Bauschke & seinem Tanzorchester aus dem Jahre 1939; es handelt sich um den ältesten der insgesamt 31 Titel. Mit Toni Sailer meldet sich endlich auch ein ausgewiesener Fachmann für Ski-Fahrten zu Wort – der dreifache Goldmedaillengewinner bei den Olympischen Winterspielen 1956 in Cortina d’Ampezzo beklagt hier seine eingeschränkten Möglichkeiten, Verabredungen zu treffen, „Immer wenn es schneit“. Einige Songs wird man eher als Weihnachtstitel ansehen, da man sie häufig auf Christmas-Alben von Country-Stars hört, wie Nat ‚King‘ Cole mit seinem „Frosty the Snowman“, oder Steve Lawrence & Eydie Gorme mit der Feststellung „Baby, It’s Cold Outside“. Das 24seitige, farbig illustrierte Booklet enthält zu allen ausgewählten Titeln die erwarteten Informationen zu den jeweiligen Interpreten und den Songs.
Ulrich K. Baues