CD: Various Artists – Destination Beach

Der Sommer nimmt endlich Fahrt auf, und natürlich zieht es nun auch eine Menge Leser/innen in Richtung Meer. Falls man plant, einige endlos lange Tage unterm Sonnenschirm zu verbringen, sollte man einen CD-Spieler samt dieser Scheibe unbedingt mit in den Strandbeutel packen. Langeweile kommt mit dieser Zusammenstellung dann zwischen Sandburgen und Dünen garantiert nicht auf. Alle dreißig Titel entstammen der Ära vom Ende der fünfziger bis Anfang der sechziger Jahre. Einziger Ausreißer wäre Al Sears, dessen „In the Good Old Summer Time“ bereits 1953 auf den Markt kam. Rock’n’Roller Freddy Cannon startet die Scheibe hier fulminant, und nennt mit „June, July and August“ schon den fürs jährliche Strandleben in Frage kommenden Zeitraum. Das Instrumental-Duo Fendermen verstärkte sich auf vier Personen, und läutet die „Beach Party“ ein. Mit den Duals lädt ein weiteres Duo ebenfalls zu einer „Beach Party“ ein, allerdings handelt es sich dabei um einen völlig anderen Song. Scotty McKay gehört zu den weniger bekannten Interpreten dieser CD, doch zumindest seine „Sea Cruise“ kennt man – unzählige andere Rock’n’Roller und Country-Sänger führten oder führen diesen Song im Repertoire. Bobby Darin dagegen wird manche Hörer verwundern, denn beim „Beachcomber“ erklingt er nicht stimmlich, sondern spielt Klavier. Wayne Hollers‘ Aufforderung zum „Dance in the Sand“ verhallte 1959 ungehört, sorgt dagegen hier für die entsprechende Stimmung. Bobby Vee wandelt 1961 mit dem „Summertime Blues“ auf Eddie Cochrans Spuren, und Link Wray träumt 1964 mit seinen Wraymen den „Summer Dream“. Einer fehlt noch – Frankie Avalon war in den sechziger Jahren der Hauptdarsteller in rund einem Dutzend Strandfilme, häufig gemeinsam mit Annette Funicello, und lieferte auch passende Musiktitel. Hier bietet er mit „Summer Scene“ eine Kostprobe davon. Den weiteren, teils weniger bekannten Interpreten, gelingt es mühelos, die Strandatmosphäre beizubehalten. Interessanterweise stehen hier ausschließlich männliche Interpreten zur Auswahl, mit einer einzigen Ausnahme: Linda Leigh, die 1962 den „Lover’s Beach (Concerto fort he X-15)“ vorstellt. Ein 28seitiges, teils farbig illustriertes Booklet liefert zu allen hier vertretenen Künstlern biografische Angaben, und stellt dazu die jeweiligen Songs mit Hintergrundinformationen vor.
Ulrich K. Baues