CD: The Tab Hunter Collection 1956-62

Während der fünfziger Jahre stand der in New York geborene, mütterlicherseits deutschstämmige Tab Hunter sowohl in Hollywood, als auch in der Musikszene in der ersten Reihe. Beginnend mit dem Jahr 1950 in “Gnadenlos gehetzt” („The Lawless“), wirkte er in rund fünfzig Kino- und TV-Produktionen mit. Ein nicht unbedeutender Teil davon waren Western, wie “Überfall in Texas” („Gun Belt“, 1953), “Spur in den Bergen” („Track of the Cat“, 1954), “Horizont in Flammen” („The Burning Hills“, 1956), “Duell im Morgengrauen” („Gunman’s Walk“, 1958), oder “Texas-Desperados” („Hostile Guns“, 1967). Auch im brutalen Spaghetti-Western „Django – sein letzter Gruß“ von 1967 wirkte Tab mit. Gleichfalls in den sechziger Jahren nahm er auch zwei Rollenangebote zur Mitwirkung in Beach Movies wie “Sprengkommando Ledernacken” („Operation Bikini“, 1962) und “Surfen auf Leben und Tod” („Ride the Wild Surf“, 1964) an. Die restlichen Genres hießen Krimi, Musical, Komödie oder Science Fiction. Entgegen seiner sexuellen Orientierung bauten ihn die Filmstudios als Frauenschwarm auf, und stellten ihm attraktive Kolleginnen wie Natalie Wood als vermeintliche Freundinnen zur Seite. Zur selben Zeit landete Tab auch im Musikgeschäft große Erfolge. Gleich seine erste Single, eine Version von „Young Love“, landete sowohl in den USA als auch in Großbritannien auf dem Spitzenplatz der Charts, und sogar in der deutschen Hitparade konnte er sich damit plazieren. Die heutzutage stets bevorzugte Version von Sonny James erzielte ihre vergleichsweise durchaus guten Plazierungen überwiegend in den Country Charts der US-Fachmagazine von Billboard, Cash Box und Music Vendor. Es folgten noch einige weitere Singles von Tab, z. B. die „Ninety Nine Ways“, doch an den Erfolg der „Young Love“ konnten sie nicht anknüpfen. Sogar sein leidlich bekannter Song „I’m a Runaway“ aus dem Film „Duell im Morgengrauen“ setzte sich nirgends richtig durch. Hier auf dieser Doppel-CD gibt es insgesamt 61 seiner Aufnahmen bei den Firmen Dot und Warner. Darunter finden sich sämtliche US-Singles bis 1962, sowie zusätzliche Titel aus den Alben „Tab Hunter“ (Warner WS 1221), „When I Fall in Love“ (WS 1292), und „R. F. D. Tab Hunter“ (WS 1367). Und auch das 32 Seiten starke Booklet verdient die gebührende Beachtung. Außer den diskografischen Angaben zu allen hier ausgewählten Songs nennt es sämtliche Details der betreffenden Aufnahmesessions. Des Weiteren schildert Autor Paul Watts ausführlich Tabs Karriere als Schallplattenstar bis 1962, illustriert durch einige wenige s/w-Fotos des 2018 im Alter von 87 Jahren in Kalifornien verstorbenen Künstlers.
Ulrich K. Baues