CD: Mark Dean – Schlager RocknRoll

„Rock & Roll geht immer“ stellte schon vor ein paar Jahren der im November 2021 bei einem Wohnungsbrand tragisch ums Leben gekommene „deutsche Elvis“ Ted Herold fest. Und tatsächlich, hier liegt mit „Schlager Rock’n’Roll“ das neue Album des Schweizers Mark Dean vor, und untermauert Teds Diagnose nachhaltig. Mark gewann mal einen Elvis-Doppelgänger-Wettbewerb, tourte als Country Rocker, trat in den USA sogar in Las Vegas auf, und arbeitete mit diversen Größen der Musikszene von Memphis zusammen, wie Scotty Moore und DJ Fontana. Doch hier singt er ausschließlich in Deutsch. Mit insgesamt siebzehn Aufnahmen fällt das Angebot recht üppig aus. Die Mischung aus neuen Titeln und bekannten Oldies lässt absolut keine Langeweile aufkommen. Mit dem Geständnis „Baby, so törnst nur du mich an“ eröffnet Mark den Reigen, und somit hört man auch seine aktuelle Single. Dem von Rainhard Fendrich seinerzeit liebevoll verulkten „Macho, Macho“ erweist er nach über dreißig Jahren neue Ehren, und dann widmet sich Mark der „Traumfrau“, im Original von seinem niederländischen Kollegen und Elvis-Fan Bouke Scholten geschrieben. Bei „Corinna, Corinna“ kommt auch Peter Beils 1961er Erfolg wieder groß heraus, und lief im Vorjahr bereits häufig im Radio. Der englischsprachige Titel „Burn, Burn, Burning Love“ mogelt dagegen gleich zweimal, denn es handelt sich weder um eine Version von Elvis Presleys Erfolg „Burning Love“, noch singt Mark in Englisch. Es folgen interessante Versionen von ehemals in der ZDF-Hitparade erfolgreichen Songs, wie Chris Roberts‘ „Hab‘ ich dir heute schon gesagt, dass ich dich liebe“ oder die „Linda“ der Ace Cats. Dazwischen postuliert Mark seine Feststellung „Das ist Rock’n’Roll“, womit sich ja musikalisch sämtliche Titel hier irgendwie verbinden lassen. Auch dem König von Mallorca wird mit der Zusage „Ich bau dir ein Schloss“ Tribut gezollt – Jürgen Drews darf sich über Marks flotte Variante seines Titels durchaus freuen. Bei Udo Jürgens und seinem „Ehrenwerten Haus“ wäre man da nicht so sicher, aber der Song kommt ebenfalls locker rüber. Mark behauptet noch “Ich bin dein James Dean“, worauf er mit seiner Bitte „Hey Kleine, schau mich nicht so an“ die CD abschließt. Im farbigen Booklet stehen sämtliche Songtexte und diskografischen Angaben, und dazwischen plazierte man einige Promo-Fotos des Künstlers.
Ulrich K. Baues