CD: Luke Combs – Growin Up

Bingo! Vielversprechend zeigte sich Luke Combs Einstieg in die wöchentliche Liste der in den USA meistverkauften Country Alben des Fachmagazins Billboard. Mit „Growin‘ Up“ gelang ihm nämlich das zuvor unmöglich Scheinende – der Künstler aus Nord Carolina verdrängte den „ewigen“ Spitzenreiter Morgan Wallen von der Nummer–1–Position der besagten „Hot Country Albums“. Hinsichtlich Morgan galt dieser Spitzenplatz seit vielen Monaten als beinahe uneinnehmbare Festung. Die Freude darüber währte zwar nur kurz, da Morgan in der Folgewoche seinen Thron wieder bestieg, doch dies schmälert keineswegs die Qualität von Lukes Album. Ein Dutzend Songs packte er auf diese Scheibe, und bei allen arbeitete er als Co-Autor mit. Textlich befassen sich alle mit traditionellen Themen, wie Freizeitaktivitäten oder Beziehungen. Die CD wirkt ausgereift, da sämtliche Songs innerhalb eines musikalischen Korridors angesiedelt wurden, der sich am besten mit nahe neo-traditionalistisch umschreiben lässt. Einige Ausschläge tendieren Richtung Ballade oder Rock’n’Roll. Schon den ersten Titel „Doin‘ This“ kennt man bestens, und Luke beantwortet darin die Frage, was man täte, wäre man nicht erfolgreicher Interpret. Mancher Fan verpasste dessen Live-Debut bei den CMA-Awards im vergangenen November in Nashville. Doch seitdem behauptete sich der Titel ununterbrochen unter den meistgespielten Country-Songs. Im soeben abgelaufenen Monat Mai erreichte er dort sogar die Spitzenposition. Eine Nummer rockiger geht es dann während der „Any Given Friday Night“ zu, und Luke enthüllt, was die Jungs und Mädels einer Kleinstadt denn zu Wochenendbeginn draußen so treiben. Mit „The Kind of Love We Make" läuft danach die aktuelle Single, worin Luke in etwas sehr direkter Art seine Lady davon überzeugt, sich mit ihm daheim zu beschäftigen. Ein etwas auffälliger Titel nennt sich „Outrunnin‘ Your Memory“, denn er verfügt zwar auch über den mäßigen Rhythmus sämtlicher eingespielter Songs, doch hier erfährt Luke gesangliche Zuarbeit seitens Miranda Lambert. Dieses Duett sollte auch für eine der kommenden Single-Auskopplungen in die engere Wahl kommen. Bezüglich rockigerer Klänge liegt man später bei der Angabe „Ain’t Far from It“ völlig richtig, denn hier schildert Luke temporeich den offensichtlich erfolgreichen Ablauf seiner Anmache. Beim Schlusstitel “Going, Going, Gone” handelt es sich übrigens nicht um den gleichnamigen 1983er Nummer–1–Hit für Lee Greenwood, sondern um eine aktuell geschriebene Komposition. Derzeit lässt sich dieses Album entweder herunterladen oder auf CD erwerben. Von einer Vinylausgabe sieht und hört man bislang nichts. Doch da man Lukes andere Alben-Veröffentlichungen inzwischen ebenfalls in Form von Vinylscheiben erwerben kann, dürfte es sich bei „Growin‘ Up“ nur um eine Zeitfrage handeln. Dem CD-Booklet lassen sich die Songtexte und Aufnahmedetails entnehmen, allerdings enthält es keine weiteren Illustrationen.

Titelliste:

1.    "Doin' This"    
2.    "Any Given Friday Night"    
3.    "The Kind of Love We Make"   
4.    "On the Other Line"    
5.    "Outrunnin' Your Memory" (Duett mit Miranda Lambert)    
6.    "Used to Wish I Was"    
7.    "Better Back When"    
8.    "Tomorrow Me"    
9.    "Ain't Far from It"    
10.    "Call Me"    
11.    "Middle of Somewhere"    
12.    "Going, Going, Gone"
Ulrich K. Baues