CD: Kane Brown – Different Man

Gefühlt ewig warteten Fans und Kritiker gleichermaßen auf das dritte Studioalbum des Interpreten aus Chattanooga in Tennessee. Das inzwischen mit Platin veredelte Vorgängerwerk „Experiment“ erschien ja bereits 2018, und in den vergangenen vier Jahren gab es – außer dem als EP bewerteten „Mixtape, Vol. 1“ – lediglich Singles. Aber auch Kane Brown musste nun feststellen, dass in den Album Charts derzeit niemand an Morgan Wallen vorbeikommt. „Nur“ Platz 2 erreichte Kane in der Einstiegswoche im Vormonat mit dem „Different Man“. Ein wenig enttäuschend für ihn, da er sich offensichtlich Zeit ließ und neue Dinge ausprobierte, um dem „different“ im CD-Titel alle Ehre zu machen. Beispielsweise beteiligte er sich diesmal erstmals als Mitproduzent. Und zusätzlich verfestigte er sein stets starkes Engagement als Co-Autor, denn immerhin fünfzehn der siebzehn Titel tragen hinsichtlich der Angaben bei den Songschreibern auch seinen Namen. Wie z. B. der Opener, mit der Aufforderung „Bury Me in Georgia“, eine eher rockige Aufnahme, wogegen der folgende Titelsong „Different Man“ tempomäßig stark abfällt. Dafür wirkt hier Blake Shelton als gesangliche Unterstützung mit. Der Vergleich „Like I Love Country Music“ fällt natürlich eindeutig zugunsten von Kane aus. Dieser auch als Single höchst erfolgreiche Titel erinnert stark an Alan Jackson, und dürfte inzwischen weithin bekannt sein – Kane konnte damit noch im August dieses Jahres eine Woche lang den Spitzenplatz als meistgespielte Country Single besetzen. Nächster interessanter CD-Song bildet sein Duett mit Gattin Katelyn, die beide „Thank God“ fordern, und sich derzeit offensichtlich in den Country Charts auf dem Weg an die Spitze befinden; es ist einer der beiden nicht von Kane mitgeschriebenen Titeln. Den „One Mississippi“ dürfte man bereits vom Vorjahr her kennen, und letztendlich erreichte er ja im März dieses Jahres ebenfalls für eine Woche den Spitzenplatz bei den meistgespielten Titeln im US-Country Radio. Mit „Drunk or Dreamin‘“ folgt ein ebenfalls hitverdächtiger Song, sehr weit im traditionellen Country Segment angesiedelt. Unbedingt reinhören sollte man auch in „Pop’s Last Name“, sowie in „Devil Don’t Even Bother“, denn besonders letzteres klingt, als ob Charlie Daniels mit im Studio gestanden hätte. Mit einem ganz leicht in Richtung Hymne angelegten „Dear Georgia“ beschließt Kane dieses exzellente Album. Das Booklet besteht aus einem zusammengefalteten Blatt mit den Angaben zu allen hier versammelten Songs, jedoch ohne Texte. Dafür sieht man mehrere zweifarbige Abbildungen des Künstlers. Zwar gibt es dieses Album derzeit physisch nur auf CD, doch für Dezember ist bereits die Veröffentlichung einer Vinyl-LP angekündigt (RCA 19439-96216-1). Kane Brown kommt übrigens im Januar 2023 nach Deutschland, und wird in Berlin, München und Köln zu sehen und zu hören sein.
Ulrich K. Baues


Titelliste:

1.    "Bury Me in Georgia"    
2.    "Different Man" (Duett mit Blake Shelton)
3.    "Like I Love Country Music"    
4.    "Go Around"    
5.    "Grand"    
6.    "See You Like I Do"
7.    "Thank God" (Duett mit Katelyn Brown)    
8.    "Leave You Alone"    
9.    "Riot"    
10.    "One Mississippi"    
11.    "Drunk or Dreamin'"    
12.    "Losing You"    
13.    "Whiskey Sour"    
14.    "Pop's Last Name"    
15.    "Devil Don't Even Bother"    
16.    "Nothin' I'd Change"    
17.    "Dear Georgia"


Kane Brown Diskografie (Jahr, Titel, Katalog-Nr., Medium) auf RCA Nashville:

2016,    Chapter 1,                         88985-31694-2,    CD-EP,

2016,    Kane Brown,                    88985-30947-2,    CD-Album,
 88985-30947-1,    LP-Album,

2017,    Kane Brown, Deluxe Edition        88985-47037-2,    CD-Album,
                                                                          88985-47037-1,    2erLP-Album,

2018,    Experiment,                    19075-86753-2,    CD-Album,

2020,    Mixtape, Vol. 1                19439-84493-2,    CD-EP,

2022,    Different Man,                19439-96216-2,    CD-Album.