CD: Jason Aldean – Macon

Zur 55. Verleihung der CMA-Awards am 10. November in Nashvilles Bridgestone Arena tauchte Jason Aldeans Name nicht bei den nominierten Künstlern auf. Er brauchte demnach nicht in angespannter Haltung der Veranstaltung folgen, da es für ihn diesmal keine Hoffnung auf eine der hochangesehenen Trophäen gab. Teilnehmer der Show war er trotzdem, denn im Programmverlauf bat man ihn, zusammen mit Carrie Underwood den gemeinsamen Hit „If I Didn’t Love You“ vorzutragen. Und er verwöhnte seine Fans noch auf andere Art, denn nur wenig mehr als 24 Stunden nach der „Country Music’s Biggest Night“ lag die erste Hälfte seines neuen Doppelalbums in den Läden, bzw. konnte digital runtergeladen werden. Doppelalbum? Ja, ganz recht, beabsichtigt sind eigentlich zwei Alben, von denen sich das erste „Macon“ nennt, und nun vorliegt. Das zweite wird laut Planung den Namen „Georgia“ tragen, doch erst im April kommenden Jahres den Fans zugänglich werden. „Macon“ bietet lediglich zehn neue Titel, aber dafür spendiert Jason den Fans im Anschluss daran fünf zusätzliche „live“ eingespielte Aufnahmen seiner frühen Erfolge; die Originale führten vor inzwischen bereits zehn bis fünfzehn Jahren die Country Charts der Singles an. Genannt werden sollen hier nur „My Kinda Party“ und „Amarillo Sky“, beide seinerzeit von der RIAA mit Platin ausgezeichnet. Aber auch die neuen Songs stecken voller Potential. Das bereits erwähnte Duett mit Carrie Underwood erklomm inzwischen sowohl in den kanadischen, als auch in den US-amerikanischen Country Charts die Spitzenposition. Und schon beim Opener „After You“ gibt Jason die Richtung vor – rockige und melodische Titel, wobei man sich gerade diese Aufnahme auch als kommende Single-Auskopplung vorstellen kann. Beim Hinweis „Over You Again“ fällt er tempomäßig leicht zurück, um dann den Erfahrungsbericht „That’s What Tequila Does“ anzubringen. Das Tempo wird in der „Small Town Small“ wieder erhöht, und es folgen dann nach der bereits genannten Duettaufnahme die „Story for Another Glass“ sowie der in Richtung Ballade angelegte „Heaven“. Die musikalisch deutlich in den achtziger Jahren angesiedelte Feststellung „This Bar Don’t Work Anymore“ dürfte auch Neo-Traditionalisten positiv ansprechen, und verführt geradezu zum mehrmaligen Reinhören. Mit den letzten beiden der neuen Aufnahmen, also die „Sad Songs“ und die Zusicherung „Watching You Love Me“, begibt sich Jason wiederum in nicht ganz so rockige Gefilde. Das dünne Booklet bietet zwar die gängigen Notizen zu sämtlichen hier vertretenen Aufnahmen, enthält jedoch leider keine Songtexte. Und entgegen den aktuellen Gepflogenheiten gibt es das Album „Macon“ derzeit ausschließlich auf CD bzw. zum Runterladen. Weitere Angebote wie Vinyl-LPs versprach Jason erst zum Erscheinen von „Georgia“.
Ulrich K. Baues