CD: Frank Foster - Rhythm And Whiskey

Frank Foster ist der Inbegriff für die Bezeichnung "Southern Rock-Country"! Sein neues Werk "Rhythm And Whiskey" knüpft nahtlos an den Vorgänger aus dem vergangenen Jahr, "Southern Soul", an und demonstriert auf beeindruckende Weise, wie authentisch Foster die Kombination zwischen rockigem Country, Outlaw Country und klassischem Southern Rock musikalisch zelebriert und auslebt. Satte, saftige Gitarren und tolle Melodien überall. Beeindruckend vor allem auch, mit welcher Schlagzahl der aus dem kleinen Nest Cyprus Bottom in Louisiana stammende, einstige Öl-Plattform-Arbeiter seine Werke herausbringt. Sein nunmehr viertes Album in vier Jahren - und der Typ, der auf den Covern gerne sein Anlitz ein wenig scheu oder cool (wie auch immer) hinter seinem Cowboyhut versteckt, wird von Werk zu Werk immer stärker. Wenn er hier zum Auftakt sein furios abgehendes "Flyin’ Down The Highway" als Konglomerat aus Molly Hatchet-, ZZ Top- und Lynyrd Skynyrd-Ingredienzen förmlich losfliegen lässt, dann ist der Adrenalin-Spiegel des passionierten Southern Rock-Fans bereits nah am Limit. Was für ein Auftakt! Foster legt mit dem shuffligen "Southern Man" direkt nach und lässt die Cowboyboots in einen lässigen Mitwipp-Modus umwechseln, ohne das Southern-Feeling auch nur im geringsten herauszunehmen. Herrlicher Song! Auch "Cut Off Jeans", getrieben von einer powernden Fußtrommel, groovt in allerbester Southern Rock-Manier. Toll auch das flockig gesungene "Outlaw Angel", das immer wieder von coolen E-Guitar-Klängen, samt verspieltem Solo, begleitet wird. "Bayou Moon" ist der Gute-Laune-Track des Albums und huldigt der Sachen, die man als "Southern Man" in jungen Jahren in einer "wilden" Nacht so gerne trieb. Wenn direkt beim Intro die Twin-Gitarren schnurren, kommen sofort wehmütige Erinnerungen an die Parties in den einstigen Hochzeiten des Genres auf. Auch das eingestreute Gesangs-Bridge "Shi-i-i-ne On - Bayou Moon" singt man spätestens beim 2. Hördurchgang ohne es zu merken mit. Mit dem "Lone Chief Intro" läutet der Southern-Tausendsassa Foster (Kompositionen, Label, Vertrieb alles wieder in Eigenregie) mit kurzer Rede den Schwenk in den eher Outlaw Country dominierten Teil des Albums ein, denn er ist ja auch schon immer ein bekennender Verehrer, der Jennings-, Williams jr. & Co.-Fraktion. Hier gesellt sich jetzt bei vielen Songs die Steel-Gitarre von Kyle Everson zum Führungsspiel der beiden E-Gitarristen Topher Peterson und Rob O’Block (einziger neuer Musiker im Line-up) dazu. Herrlich das mit dezentenNeil Young-Reminiszenzen gespickte, Countryroots-artige, musikalisch förmlich von Foster dahingepredigte "The Gospel". Fantastisch hier vor allem die E-Gitarren-Passsagen und das kurze Sprech-Intermezzo in Johnny Cash/Waylon Jennings-Manier! Auch bei "Hard Livin’" macht das Zusammenspiel von Steel- und E-Gitarren (starke Solo-Kombi) irre viel Freude. "Good Ol’ Girl", mit ein wenig "Knockin’ On Heavens Door"-Espirit und "I Cried", erinnert ein wenig an "The Freebird Fell" von Billy Ray Cyrus, kommen als schwermütige Southern-Balladen daher, bevor Frank mit dem Rausschmeißer "Livin’ The Dream" noch einmal eine höchst-authentische Ode an sein bisheriges Musikerleben zum Besten gibt. Der Song beginnt wie ein eher laxes Hinkomponieren (Frank singt so ein wenig zu einer improvisiert scheinenden E-Gitarren-Begleitung), von Minute zu Minute gewinnt das Lied dann immer mehr Struktur und mit immer mehr einsetzenden Instrumenten wie Drums, Bass und Slide-Gitarren entwickelt sich alles zu einem emotional getränkten Southern-Rock-Midtempo-Stück von allerbester Güte Ein bärenstarkes Ende eines durchgehend packenden Albums. Fazit: Frank Foster ist mit unwiderstehlicher und kontinuierlich besser werdender Leistung nicht mehr von der zeitgenössischen countrylastigen Southern Rock-Agenda wegzudenken. Die Spuren von Lynyrd Skynyrd sind allgegenwärtig, manchmal klingt er gar wie eine Country-Ausgabe von Molly Hatchet, dann gibt's Parallelen zu den jungen Southern Rockern von Blackberry Smoke, dann wieder zu Country Outlaws wie Waylon Jennings oder Hank Williams Jr. - das macht irre Spaß und ist einfach grandios! Ein Genre-Highlight des Jahres!

Daniel Daus

 

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