CD: Connie Smith - The Cry of the Heart

Um die musikalische Abteilung „Country Ladies der sechziger und siebziger Jahre“ kümmerten sich zuletzt eigentlich nur noch Dolly Parton und Loretta Lynn als repräsentative Vertretung. Doch mit Connie Smith aus Indiana gesellt sich nun eine weitere Dame aus der goldenen Ära des Nashville Sounds wieder hinzu. Rund vierzig Erfolgssingles und dazu rund dreißig Alben stehen auf Connies Habenseite. Diese Zeit liegt zwar weit zurück, und selbst seit ihrer letzten Album-Veröffentlichung „Long Line of Heartaches“ verstrichen inzwischen satte zehn Jahre. Doch Connie strebt wieder ins Rampenlicht. Gerade eben feierte sie ihren 80. Geburtstag, wozu dieses neue Album wohl das schönste Geschenk für sie darstellt. „The Cry of the Heart“ enthält elf Titel, alle produziert von ihrem Gatten Marty Stuart. Schon der Opener „A Million and One“ klingt im positiven Sinne nach dem Sound der sechziger und siebziger Jahre. Beim rhythmischen „Look Out Heart“ geht es ebenfalls in diese Ära, und diesen Titel wählte Connies auch zur aktuellen Single. In den „To Pieces“ verabreicht Connie wieder etwas flottere Klänge, ebenso bei den „Three Sides“. Bei der schon leicht rockigen Feststellung „Here Comes My Baby Back Again“ handelt es sich trotz der identischen Textzeile nicht um Dottie Wests großen Hit „Here Comes My Baby“ von 1964. Der Schlusstitel „Jesus, Take a Hold“ geht in Richtung religiöser Themen, und stammt ursprünglich von Merle Haggard. Ja, man meint zwischendurch tatsächlich, eine bestens bestückte CD mit bislang unveröffentlichter Musik aus Connies früheren Jahren zu hören. Solch eine zeitlos angenehme und doch kräftige Stimme sucht man heutzutage vermutlich vergebens. Dem Trend der Zeit folgend, gibt es dieses Album zusätzlich als Vinyl-Ausgabe (FP17841), bei identischer Titelzahl und –folge.

Ulrich K. Baues