CD: Carlene Carter: Carter Girl

Mit dem Album “Carter Girl” stellt Carlene Carter ihr erstes Album mit neuen Aufnahmen in dieser Dekade vor. Der Vorgänger „Stronger“ stammt aus dem Jahr 2008.
Alle Titel wurden von einem Mitglied der Carter Family ganz oder zumindest co-geschrieben. Die von Don Was produzierte CD enthält ebenso klassische Carter-Family-Songs, wie auch Originale, die mit der Carter Family und deren musikalischen und familiären Wurzeln zu tun haben. Mit dabei A. P. Carters „Little Black Train“, „Give Me The Roses“ und „I’ll Be All Smiles Tonight“, aber auch Helen Carters „Poor Old Heartsick Me“ oder auch June Carter Cashs „Tall Lover Man“. 
Als Tochter von June Carter Cash und der Country Music Legende Carl Smith, Enkeltochter von Mother Maybelle Carter und Stieftochter von Johnny Cash, erfüllte Carlene sich mit diesem Album einen persönlichen Traum. „Die Songs beinhalten drei Generationen der Carter-Family-Musik“, sagt Carlene. Und auch die Familiengeschichte reflektiert in den Titeln. Wie in „Lonesome Valley 2003“, einer Weiterführung des von Familienpatriarch A. P. Carter geschriebenen „Lonesome Valley“, in dem der Verlust von Carlenes Mutter verarbeitet wurde. Vince Gill ist bei dieser Neuaufnahme im Backgroundgesang dabei. Willie Nelson grüßt als Gast im melancholischen Walzer „Troublesome Waters“, und Kris Kristofferson agiert als Carlenes Gesangspartner in „Black Jack David“. „Blackie’s Gunman“ ist ein Duett mit Elizabeth Cook, die insgesamt auf 6 Titeln zu hören ist. Lorrie Carter Bennett, Tochter von Anita Carter, und Joe Breen, Carlenes Ehemann, sind ebenso mit von der Partie.
Die Musikerauswahl für die Produktion überließ Carlene komplett ihrem Produzenten Don Was, der mit einer Mischung von Musikern aus Kalifornien und Nashville einen authentischen Sound hinbekam, der sowohl Carlene, sowie auch die Wurzeln ihrer Familie wunderbar in Szene setzen. 
Mit dabei sind u. a. Jim Keltner (Drums, Percussion), Rami Jaffee (Hammondorgel/ Keyboards), Greg Leisz (Steel Guitar), Sam Bush (Mandoline), Blake Mills (Gitarren)sowie Don Was selbst am Bass.
Als Höhepunkt steht an 12. und letzter Stelle des Albums ein neuer Mix des A. P. Carter Titels „I Ain’t Gonna Work Tomorrow“, in den die Stimmen von Helen Carter, Anita Carter, June Carter Cash und Johnny Cash gemischt wurden. Cowboy Jack Clement, der am 8. August 2013 in Nashville starb, ist an der akustischen Gitarre zu hören. 
Ein wahrgewordener Traum nicht nur für Carlene Carter, sondern ganz sicher auch für alle Fans der traditionellen Country Music. Das hier ist etwas ganz Besonderes, strotzt von Geschichte und Gefühl und wurde sehr sensibel produziert, so dass alle Traditionen hörbar sind, und dennoch qualitativ so hochwertig rüberkommen, dass sie ohne Einschränkungen in die heutige Zeit passen. Einfach wunderbar!

Iris Paech