CD: Bobby Rydell – The Singles & Albums Collection 1959-62

Von anderen Rock & Roll-Idolen der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre wie Fabian oder Frankie Avalon unterschied sich Bobby Rydell merklich. Dies lag weniger an der optischen Erscheinung, sondern eher hinsichtlich der musikalischen Entwicklung. Bobby begann nämlich erst 1959 seine Schallplattenkarriere, also vergleichsweise spät – da blickten die beiden zuvor genannten Berufskollegen bereits jeweils erste Erfolge zurück. Außerdem konzentrierte er sich ausschließlich auf die Musik, und unternahm – bis auf eine Ausnahme – keine Ausflüge nach Hollywood. Bobby startete – erfolglos – bei der kleinen Plattenfirma Veko in Baltimore. Der unmittelbar danach vollzogene Wechsel zu Cameo Records in Philadelphia brachte Bobby schnell in die Erfolgsspur. Schon mit der dritten Cameo-Single „Kissin‘ Time“ enterte er die nationalen Top 20 der USA. Die Nachfolgescheibe „We Got Love“ setzte dem noch eins drauf, denn sie stürmte in die Top 10. Bobby ließ eine ganze Reihe meist doppelseitiger Hits folgen, wie 1959 die „Wild One“ b/w „Little Bitty Girl“, oder 1960 „Volare“, usw. Sogar den „Jingle Bell Rock“ im Duett mit Twistkönig Chubby Checker entdeckte man Weihnachten 1961 weit oben in den US-Charts. Die Welle von Hitparaden-Erfolgen ebbte erst Mitte der sechziger Jahre mit dem Aufkommen der „British Invasion“ ab. Auf diesen beiden CDs finden sich Bobbys sämtliche Singles aus dem im CD-Titel genannten Zeitraum, also bis Ende 1962 und seinem „The Cha-Cha-Cha“. Spätere Erfolge wie „Forget Him“ blieben daher leider außen vor. Ebenfalls unter den genau sechzig Aufnahmen hört man zahlreiche Beiträge aus seinen Vinyl-LPs, wie „We Got Love“ und „Bobby Sings, Bobby Swings“, sowie „Bobby Salutes the Great Ones“. Raritäten wie das 1961er „Cherié“ finden sich auch; dieser Single-Rückseite billigte man damals keine Aufnahme in einer der LPs zu. Die von Paul Watts verfasste Biografie erstreckt sich über fünfzehn Booklet-Seiten, und enthält mehrere s/w-Fotos. Dieser vorgeschaltet findet man die obligatorische Aufstellung aller diskografischer Angaben zu den hier verwendeten Songs.
Ulrich K. Baues