CD: Bobbejaan – Ich weine in mein Bier

Vor ziemlich genau zehn Jahren, nämlich am 17. Mai 2010, starb im flämischen Turnhout am Tag nach seinem 85. Geburtstag der legendäre Interpret Bobbejaan. Viele Leser/innen werden den Namen vorwiegend mit dem Freizeitpark Bobbejaanland verbinden („Das lustigste Land“, s. Western Mail vom November 2001), welches unter inzwischen neuen Besitzverhältnissen weiterhin erfolgreich betrieben wird. Bobbejaan startete zwar seine Karriere in den vierziger Jahren in Belgien, nahm aber bereits 1954 Titel in deutscher Sprache auf. Hierzulande musste er sich jedoch bis 1960 gedulden, als dann seine mit viel Ironie intonierte Ballade „Ich steh‘ an der Bar und habe kein Geld“ monatelang in der deutschen Hitparade plaziert war; der Welterfolg des Australiers Slim Dusty „A Pub with No Beer“ stand bei Bobbejaan Pate. Es gab noch einige weitere Hits, dann ließ der Erfolg etwas nach, aber trotzdem erinnern sich sicherlich noch manche Leser/innen an den denkwürdigen Auftritt am Steuer seines riesigen US-Cabrios in der Rudi-Carrell-Show von 1973. Hier auf der CD gibt es einen Teil seiner Aufnahmen. Bei den ersten zehn Titeln handelt es sich noch um einige als Bobby Jaan eingespielte Songs der fünfziger Jahre, wie „He, Mister Banjo“ oder „Das Lied, das ein Cowboy erdacht“, also um deutschsprachige Country-Songs. Die anschließenden vierzehn Aufnahmen decken Bobbejaans deutsche Single-Ausgaben bei der Plattenfirma Ariola bis 1962 ab, also sowohl die A- als auch B-Seiten. Man darf sich über Titel wie „Ich steh‘ an der Bar“, „Ich weine in mein Bier“ oder „Ich muß ein Cowboy sein“ freuen, sowie über seinen letzten deutschen Hitparadeneintritt „Wie ‘ne Kneipe ohne Bier“. Auch „Kili Watch“ ist zu hören, womit Bobbejaan im Kinofilm „Davon träumen alle Mädchen“ einen furiosen Auftritt hinlegte. Das dünne Booklet bietet die Copyright-Angaben zu allen Songs, und weist eine Kurzbiografie des Künstlers auf.
Ulrich K. Baues