CD: Black Stone Cherry - The Human Condition

Schon seit Highschool Tagen sind die vier Freunde Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gitarre, Gesang), Jon Lawhon (Bass, Gesang) und John Fred Young (Schlagzeug, Gesang) als Band zusammen. Nun legen sie mit "The Human Conditon" bereits ihr 7. Studioalbum in 19 Jahren Bandgeschichte vor.
Aufgenommen im Monocle Studio von Bassist John Lawhon in den beängstigenden ersten Tagen und Wochen der Corona-Pandemie im März 2020. Dorthin, in die tiefen Wälder Kentuckys hatten sich die Jungs zurückgezogen, um das aktuelle Album aufzunehmen. Anstatt wie sonst üblich, alle Songs live im Studio einzuspielen, entschied Lawhon dieses Mal jeden einzelnen der Musiker einzeln mehrspurig einspielen zu lassen. Eine anfangs ungewohnte Anstrengung im Produktionsprozess, die dem Album allerdings einen zusätzlichen Bumms verleiht, der dem modernen Southern Rock Sound von Black Stone Cherry (BSC) nochmal einen Kick mehr gibt.
Mit dem Opener "Ringin`InMy Head" legen die vier Jungs auch gleich mächtig los. Ein Kick-ass Riff mit treibenden nach vorne gehenden Drumbeats bringt den CD Player sofort auf Betriebstemperatur. Der Song, der mit den Zeilen "People, people your attention please, I need to tell you about a new disease" startet, ist bereits vier Jahre alt, trotz der weissagenden ersten Gesangszeilen. Der Song ist zum Veröffentlichungstag schon die dritte Single aus dem Album, nachdem zuvor bereits das knackige "Again" und das sehr eingängige "In Love With The Pain" als Appetithappen gereicht wurden. Die Veröffentlichungspolitik verrät sehr guten Geschmack, denn mit den drei ersten VÖs wurden sicher drei der stärksten Songs der Produktion ausgewählt.
Vor allem "In Love With The Pain", für das die Band in einigen Online Reviews der Metal und Hardrock Medien kritisiert wird, ist für mich ein Ohrwurm der Extraklasse, zusammen mit dem starken Video zum Song auch mittlerweile mehr als ein Fan Favorit. Ganz großes Kino. So darf moderner radiotauglicher Southern Rock gerne viel öfter daherkommen.
Balladiger kommt da dann "When Angels Learn To Fly" daher, an dem Drummer Youngs Vater Richard Young (Kentucky Headhunters) beteiligt war. Viele Fachhörer, denen ich mich jetzt anschließe, hören so ein wenig Aerosmith der 90er Jahre heraus. Na und, große musikalische Momente haben ja kein Alleinstellungsmerkmal, sondern dürfen gerne so stark gemacht, immer wieder eingespielt werden. Coole Nummer mit einem herausragenden Gitarrensolo.
Rockiger und krachender wird es bei "The Chain" und bekannt, wenn auch rauher daherkommende beim ELO Cover "Don`t Bring Me Down" und eine wahre Southern Rock Hymne ist "Ride", das von BSC mit Richard Young komponiert wurde.
BSC beweisen mit den 13 Songs von "The Human Condition", das sie auch nach 19 Jahren in Gründungsbesetzung noch lange nicht aufgehört haben kreativ zu sein und dabei eine tighte musikalische Einheit zu sein, die noch gerne viele weitere Jahre am Ball bleiben wird.
Also gerne mehr davon -oder wie den Rausschmeißer der Produktion es schön southern-rockig umschreibt "Keep On Keepin` On".
Volles Rohr, volle Punktzahl.
Hier geht es zum Video zu "In Love With The Pain": https://youtu.be/0x6Cm3Qmu0E
Kai Ulatowski