Bücher bleiben begehrt - Ein Rückblick auf die Frankfurter Buchmesse

Die diesjährige Buchmesse in Frankfurt sorgte schon im Vorfeld für Schlagzeilen, da die iranische Regierung auf den Auftritt des umstrittenen Autors Rushdie mit einer Absage ihrer Teilnahme reagierte. Somit blieb der Stand des Iran verwaist. Die weitere Bilanz der Messe bot dagegen positivere Schlagzeilen, nämlich mehr Aussteller und mehr Besucher als noch im Jahr davor. Das Gastland Indonesien bildet aktuell kein politisch brisantes Thema, daher konnte man sich eher auf die Schönheiten dieses Landes konzentrieren, und dazu gehört ja u. a. Bali. Gegenüber dem Vorjahr änderte der Veranstalter die Hallenbelegung, was bei vielen Besuchern zu Irritationen führte, doch dank der wie gehabt exzellenten Ausschilderung fand man sich letztendlich doch schnell zurecht.
Digitalisierung hin und her, die Buchmesse machte auch 2015 ihrem Namen alle Ehre, denn hier boten die Aussteller vorwiegend „richtige“ Bücher an. Der Hoffnungsträger eBook scheint auf seinen Durchbruch noch warten zu müssen, nichtsdestotrotz offerieren inzwischen fast alle großen Verlage ihre Titel auch in dieser Form. Bei den deutschen Anbietern vermisste man einen neuen Grisham-Roman, wie er bislang stets auf der Buchmesse zu finden war. Dafür kündigte der Heyne-Verlag eine Biografie über Willie Nelson an. Die ausländischen Unternehmen, jedenfalls aus dem englischsprachigen Raum, hatten da etwas mehr zu bieten. Von McFarland Publishing aus den schönen Appalachen in Nord Carolina stand mit „The Making of the Magnificent Seven“ ein Buch über die Entstehung des Westerns „Die glorreichen Sieben“ im Regal; bei Rowman & Littlefield aus Maryland warb man mit der Biografie von Lee J. Cobb, der u. a. als Richter Garth in „Die Leute von der Shiloh Ranch“ bekannt wurde; und die Wayne University Press aus Michigan verkündete das Erscheinen von Titeln über die TV-Reihe „Maverick“, sowie der in Deutschland nicht gezeigten Serie „Have Gun – Will Travel“ mit Richard Boone.
Tatsächlich neu waren die propagierten Nachbarschaften zu einigen Themenbereichen, namentlich die Gourmet Gallery. Allerdings kennen langjährige Buchmessebesucher solche Konzentrationen schon von anderen Themen, denn bereits im Vorjahr fanden die Besucher die Kalenderangebote gesammelt vor, nachdem sie jahrelang in kleinerem Rahmen in einem Hallenübergang siedelten. Auch die Verlage mit Reiseführern und -literatur präsentierten schon seit längerem ihre Stände in nachbarschaftlicher Nähe, ebenso die Landkarten- und Globenanbieter. Womit wir schon beim Thema für die Reisebedürfnisse unserer Leser angekommen sind: an Literatur für den nächsten Urlaub in Richtung USA, Kanada oder gar Mexiko mangelte es nicht. Da im Country-Mag ohnehin sämtliche diesbezüglich interessanten Buchausgaben vorgestellt werden, konnte man hier nicht wirklich überraschende Neuheiten entdecken. Aber natürlich zeigten Verlage wie Mair-Dumont ihre gesamte Titelvielfalt, wozu denn auch die detaillierten Reiseführer von Baedeker und Marco Polo gehörten. Einen Blick riskieren konnte man auch in die informativen Reisebücher von Iwanowski und die Vis-á-Vis-Bände von Dorling-Kindersley. Und man durfte wieder mal nach Herzenslust in den schönen Bildbänden des Kuhnt-Verlages über Florida u. ä. blättern.
Das stets gern besuchte Highlight der Buchmesse bildete natürlich auch in diesem Jahr der Karl-May-Verlag, der mit dem inzwischen 125jährigen Erscheinen des legendären Romans „Der Schatz im Silbersee“ werben konnte; die Geschichte erschien 1890 erstmals als Fortsetzungsroman in einer Stuttgarter Jugendzeitschrift, bevor es sie 1894 in einer Buchausgabe zu kaufen gab. Bei den in diesem Jahr bereits erschienen Büchern lohnte ein Blick sowohl in die „Chronik eines Weltläufers“, als auch in die „Karl-May-Filmbildgeschichten“. Als erst nach Messeschluss erhältlichen Titel zeigte man auf dem Stand schon den Bildband „Pierre Brice – unvergesslicher Winnetou“.

Text: U. K. Baues, Foto: R. Gehring