Buchbesprechung: Rick Nelson - Rock’n’Roll Pioneer

Ricky Nelson stand bereits als Kind im Studio. Seit 1944 erfolgte die Ausstrahlung der Familiensendung seiner Eltern, “The Adventures of Ozzie and Harriet“ im Radio auf CBS, später kurzzeitig auf NBC, und dann ausschließlich auf ABC. Im Februar 1949 durfte der damals 9jährige Ricky zum allerersten Male darin auftreten. Die Ära dieser Radioreihe endete im Sommer 1954, hauptsächlich, weil schon seit Oktober 1952 parallel dazu die erfolgreiche TV-Version von “Ozzie and Harriet“ auf ABC lief. Rickys Gesicht kannten die US-amerikanischen Jugendlichen also schon einige Zeit, bevor dann aus seinen Gesangseinlagen innerhalb einzelner Episoden die Idee entstand, eine Schallplatte auf den Markt zu bringen. Der Rest ist Geschichte: schon mit seiner ersten Single “A Teenager’s Romance / I’m Walkin‘ “ trat Ricky eine beispiellose Erfolgsstory los. Er landete zahlreiche Hits in den Pop-Charts, mehrere Erfolge in der Country-Szene, spielte u. a. an der Seite von John Wayne und Dean Martin im Western “Rio Bravo“ mit, stand noch bis 1966 mit “Ozzie and Harriet“ vor den TV-Kameras, usw. Zwischendurch verkürzte er seinen Vornamen auf Rick. Sein Comeback mit “Garden Party“ dürfte ebenfalls bekannt sein. Er beeinflusste diverse Stars aus dem Genre des Country-Rock, wie Linda Ronstadt oder gar die Eagles. Diese ganze spannende Lebensgeschichte des am Silvestertag 1985 tödlich verunglückten Künstlers blättert sich vor dem Leser auf. Der Autorin gelang es, private und berufliche Entwicklungen angenehm kurzweilig zu schildern. Es gibt auch reichlich s/w-Illustrationen, leider nicht in einem Hochglanzteil zusammengefasst, sondern zwischendurch eingestreut. Der Anhang bietet eine quasi komplette Diskografie, wobei gerade die Veröffentlichungen von Bear Family besonders hervorgehoben werden, sowie eine Liste von Ricks Mitwirkungen in Filmen und TV-Shows, und seiner Gastauftritte in einzelnen Episoden anderer Fernsehserien, wie “Hondo“, “Ein Sheriff in New York“, oder “Die Straßen von San Francisco“.

Ulrich K. Baues