Buch: Oh (weia) Kanada – Mein Abenteuer vom Auswandern

Zum Thema Auswandern kann man sich sowohl n der Welt der Bücher als auch im Internet auf zahlreiche Publikationen stützen – teils amtlicher, teils privater Natur. Jedoch wird jeder seine eigene Entscheidung darüber selbst treffen müssen, und am besten losgelöst von allen Illusionen. Hier bewirkt ein Erfahrungsbericht wie „Oh (weia) Kanada“ vermutlich Wunder, denn abseits von sämtlichen trockenen Ratschlägen schildert die Autorin den Weg, den sie ging, frisch von der Leber weg. Begeisterung für die schöne Natur reicht im täglichen Leben nun mal nicht aus, wie man dem Inhalt des Buches schnell entnehmen wird. Ein wenig Humor gehörte bei der Abfassung der Schilderungen aber zweifellos dazu, sodass man die Lektüre des Ratgebers wohl kaum als Strafe empfinden wird. Katerina Jacobs erzählt haarklein, wie es denn ablief, ihre Reisen, ihre Entscheidung, was sie dazu bewog, oder ob sie es bereut. Und vor allem nennt sie sämtliche Kleinigkeiten, wie es denn z. B. um die medizinische Versorgung bestellt ist, was man an Konsumgütern in welchen Mengen wo bekommt (oder eben nicht), wie zuverlässig denn Paketdienste und andere Serviceeinrichtungen funktionieren, usw. Anscheinend lebt die Autorin in finanziell nicht schlecht gestellten Verhältnissen, wie man manchen Anmerkungen entnehmen kann; da mögen gewisse Entscheidungen leichter fallen, als bei weniger gut betuchten Mitmenschen. Unstrittig bleibt im Buch die durchgehend hilfsbereite und freundliche Art der Kanadier, manches davon hierzulande eigentlich nicht nachvollziehbar. Als Schauplatz findet sich dabei die kanadische Westküste, insbesondere der Großraum um Vancouver. Die Illustrationen im farbigen Hochglanzteil zeigen private Aufnahmen der Autorin, also familiäre Fotos und dazu einige markante Motive, wie sie im Buch beschrieben werden.

Ulrich K. Baues