Buch: Hit Records 1954-1982

Neben den doch wesentlich bekannteren und auch häufig zitierten Fachmagazinen wie Billboard oder Cash Box existierte jahrzehntelang noch eine dritte Publikation. Sie wurde im Jahr 1947 als „Music Vendor“ gegründet, und 1964 in „Record World“ umbenannt, und veröffentlichte bis zu ihrer Einstellung 1982 ebenfalls Charts der unterschiedlichen Formate. Da der Music Vendor bereits 1954 wöchentlich eine sogenannte „Popular Proramming Guide“ mit mehr als siebzig Titeln abdruckte, konnten weder Billboard noch Cash Box hier mithalten. Erst ab Ende der fünfziger Jahre führten alle drei Magazine dann eine jeweils einhundert Positionen starke Pop-Hitparade im Angebot, mit geringfügig unterschiedlichen Benennungen. Der große Reiz liegt im vorliegenden Buch in der Vielzahl der Singles, die in den beiden anderen Magazinen wegen der kleineren Chartumfänge nicht auftauchen. Autor Whitburn spricht im Vorwort sogar von tausenden an Singles, die hier gelistet werden, jedoch nicht bei den Billboard Top Pop Singles Erwähnung finden. Für Diskografen bedeutet dies natürlich die Entdeckung einer Goldmine. Alleine die Ames Brothers, Bing Crosby, Bill Haley & his Comets oder Perry Como können hier teilweise auf mehr als ein Dutzend Plazierungen verweisen, die sonst nirgends geführt werden. In geringerem Maße gilt dies auch für Country Music Stars wie Eddy Arnold, Johnny Cash, Sonny James, Carl Perkins, oder Buddy Holly. Sogar Dean Martins Titelsong aus dem Western “Rio Bravo” konnte sich 1959 im Music Vendor plazieren, was ihm in den Charts der beiden anderen Magazine verwehrt blieb. Die Auswertungen für den gesamten Zeitraum entsprechen denen der anderen Chartbücher Whitburns, also alle Künstler in alphabetischer Reihenfolge, und die gelisteten Singles in Chronologie, mit den Angaben von Titel, Rückseite, Katalog-Nummer, Eintrittsdatum, höchste Plazierung, und Anzahl der Wochen. Zusätzlich werden hier alle Interpreten gekennzeichnet, welche ausschließlich hier in Music Vendor, bzw. Record World auftauchen, und auch alle diejenigen Singles, die es nicht in die anderen Charts schafften. 
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Ulrich K. Baues