Buch: Hamburg, deine Perlen – Die einzigartige Musikszene der Hansestadt

Wer unter diesem Titel einen “normalen“ Reiseführer erwartet, wird sicherlich etwas verwundert reagieren. Hier geht es nämlich weniger um Sehenswürdigkeiten (wenn auch manches im Buch Genannte mehr als einen Blick lohnt), sondern bevorzugt um Hörenswertes. Vorgestellt wird die Musikszene der Freien und Hansestadt Hamburg. Und von hier stammt wahrlich eine Menge toller Klänge. Und wem unter dem Begriff “Hamburger Musikszene“ auf Anhieb nur Hans Albers, Helga Feddersen oder Udo Lindenberg einfallen, wird hier in netter Form eines Besseren belehrt. Rund einhundert Sänger, Instrumentalisten, Bands, Chöre, usw. stellt der Autor mittels mindestens ganzseitiger Beiträge vor, und illustriert diese durch mehrere hundert Abbildungen. Da kommt Freude auf. Über solch unterschiedliche Personen wie Lale Andersen oder Günter Willumeit kann sich der Leser nun ein Bild machen, immer mit einem Augenzwinkern geschrieben, so dass man oft schmunzeln muss. Aber speziell zum Thema Country Music und Rock’n‘Roll, und was es so drum herum gibt, bietet das Buch tatsächlich eine umfassende Auswahl an Interpreten – wohlgemerkt, alle mit Hamburg als künstlerischem Mittelpunkt. Die Beatles samt Tony Sheridan trafen mit ihren Klängen damals natürlich den Nerv des Publikums, dann Fred Bertelmann (“Der lachende Vagabund“), Olli Dittrich (u. a. bei Texas Lightning), natürlich auch Gunter Gabriel, Knut Kiesewetter, natürlich auch Volker Lechtenbrink, Leinemann, Suzi Quatro, Freddy Quinn ebenfalls, Rudolf Rock & die Schocker, und – natürlich – die Cowboys der Nation: Truck Stop. Für alle gibt es neben textlichen Ausführungen zu Personen und Karrieren in der Regel ein Porträtfoto, sowie farbige Wiedergaben von CD- bzw. Schallplattenhüllen. Zusätzlich listet das Buch im Schlußteil noch eine ellenlange Liste an musikalischen “Hamburg“-Hits auf, und beschreibt einige der Szene-Lokale der Hansestadt, wie den “Starclub“ oder die “Washington-Bar“, jeweils mit kleiner Historie und ausführlichen Anmerkungen. Ebenfalls ansprechend: die Innenseiten des Einbands zeigen in bunter Folge weitere Abbildungen von Plattencovern, darunter auch eins von Jerry Lee Lewis. 

Ulrich K. Baues