Lockruf des Goldes / Die Lederstrumpf-Erzählungen

In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren liefen jeweils zur Vorweihnachtszeit sogenannte Vierteiler im ZDF, beispielsweise auch der inzwischen schon legendäre “Seewolf“. Als deutsche Produktionen mit echtem Staraufgebot genießen sie heutzutage natürlich Kultstatus. Auch diese beiden Vierteiler gehörten zu jenen legendären TV-Produktionen. Sie erreichten sie für heutige Verhältnisse geradezu unvorstellbare Sehbeteiligungen, natürlich u. a. auch mangels anderer Fernsehstationen. Beim “Lockruf des Goldes“ handelt es sich um die Verfilmung des gleichnamigen Jack-London-Romans, mit Claus Biederstaedt als Erzähler. Es geht in die Zeit um 1900 nach San Francisco. Elam Harnish (Bahr) arbeitet als Anwalt, reist jedoch nach Alaska, wo der Goldrausch tobt. Es ist eine andere Welt. Er wird angeschossen, doch er sucht und findet Gold, lässt es sich für viel Geld abkaufen, und vermehrt sein Vermögen mittels Spekulationen. Als reicher Mann kehrt er nach San Francisco zurück, wird hier aber Opfer eines Betruges. Wieder zieht er nach Alaska, zu einer Ansiedlung der Tinglit-Indianer, deren Häuptling ein Weißer ist. Mit dessen Tochter Labiskwee (Kaufmann) schleicht Elam sich eines Nachts aus dem Lager, um in die Zivilisation zurückzukehren. Die “Lederstrumpf-Erzählungen“ basieren auf der Romanvorlage von J. F. Cooper und bestehen aus vier in sich abgeschlossenen Spielfilmen, nämlich “Der Wildtöter“, “Der letzte Mohikaner“, “Das Fort am Biberfluss“ und “Die Prärie“. Die Geschichten spielen im heutigen Bundesstaat New York, allerdings vor Gründung der USA. Im “Wildtöter“ beginnt die Freundschaft zwischen Lederstrumpf Nat Bumppo (Lange) und Chingachgook (Massimi). Es gibt Streit zwischen den Mohikanern, den Weißen, und den Irokesen. 
Der “letzte Mohikaner“ ist Chingachgooks Sohn Unkas, und hier geht es um Kämpfe mit den Huronen und Delawaren. Bösewicht ist dabei Häuptling Magua, der Rache an dem englischen Obersten Munroe nehmen will. Das “Fort am Biberfluss“ ist das Fort Nummer 3, wohin sich die Soldaten von Fort Henry aus Sicherheitsgründen zurückziehen. Doch auch hier werden sie von Sioux attackiert, und erst durch Lederstrumpf und Chingachgook wendet sich alles zum Guten. Durch die “Prärie“ zieht ein Treck Siedler ins Land der Pawnees. Auseinandersetzungen mit diesen Indianern werden künstlich geschürt, ausgerechnet von einer Familie im Treck. Doch als feindlich gesinnte Sioux die Wagen überfallen, kommen dank Lederstrumpfs und Chingachgooks Bemühungen die Pawnees den Siedlern zu Hilfe
DTS-HD MA 1.0 in Deutsch steht bei beiden Ausgaben als Tonangebot zur Verfügung, Möglichkeiten zur Untertitelung gibt es nicht. Beide Vierteiler zeigen als reine TV-Produktionen natürlich ein sogenanntes Vollbild (4:3). Die Extras bestehen bei beiden Ausgaben aus einem Booklet. Bei “Lederstrumpf“ finden sich noch Produktionsnotizen im Angebot, beim “Lockruf“ lassen sich dazu sage und schreibe 23 Szenen aufrufen, die gegenüber der TV-Ausstrahlung entweder länger sind oder damals gänzlich entfielen.
Viele Erinnerungen an lange Abende vor den Fernsehern dürften jetzt wohl wach werden. 

Ulrich K. Baues