Heinrich XIII and The Devilgrass Pickers: The Devil`s Dozen

Eine in vieler Hinsicht positiv bemerkenswerte CD legt diese Band aus dem Hessischen vor. Eine eigene Sicht der Country Music ergibt hier einen sehr eigenen Stil, geprägt von traditionellen Country-Instrumenten wie Banjo, Fiddle, ganz viel Dobro, Slap Bass und einer traumhaften Steel Guitar. Diese jungen Burschen spielen ihre Instrumente jedoch erfrischend rotzfrech laut und hart, dass ich vom ersten Ton an zunächst überrascht, aber auch begeistert war. Rock- und vielleicht auch Punkvergangenheit der Musiker mögen hier eine Rolle spielen. Direkt der erste Song "Cold Hearted Girl" ist ein Feuerwerk an Banjo, Dobro und Steel wie ich es mir bei mancher Nashville-Produktion wünschen würde. Weiter geht es mit "My Ride", zunächst mit einem technischen Trick, der uns die Illusion einer Radiosendung aus den 30er oder 50er Jahren gibt, traditionell instrumentiert, ein toller Tempowechsel und ein schöner Text. Die Texte sind ein weiteres Highlight, wie die Musik, manchmal rüde und geradeaus, aber immer schön die Wurzeln unserer Musik im Sinn und die alten Helden ehrend. Da wird im Song "A Ghost In This House" unter gespenstischen Umständen die Ehefrau im Ehebett erwürgt und bei "Hangover" wird bedauert, dass man sich wider besseres Wissen mal wieder einen Kater angesoffen hat. „F... You“ wird im entsprechenden Titel weniger gesungen als geschrien im Stil eines Hank III, der live auch anders klingt, als auf seinen Country CDs. Eine Perle wird uns zum Schluss serviert, wenn Titel 12 in Titel 13 übergeht. Mit 30 (!) Minuten haben wir hier nicht nur einen, sondern mehrere "Hidden Tracks", also versteckte Titel. Ich empfehle hier nur: weiter zuhören und sich nicht von den 30 Minuten abschrecken lassen. Wunderschön! Diese durchaus auch leicht bluegrassige CD ist über die Homepage der Band zu beziehen (www.heinrich13.com) oder z. B auch über den Internethandel cd baby. Die mit ca. 80 beachtlichen Minuten vollgepackte CD hat auch noch einen sehr ansprechenden Preis.
Wer bereit ist, sich auf diese musikalische Reise einzulassen und mal die bekannten Pfade verlassen möchte, könnte hier gut aufgehoben sein. 

Ralf Richter, Köln