CD: Truck Stop – Made in Germany

Da ist sie, und für viele war es sicher schon ein gelungenes Ostergeschenk: Truck Stops neue CD „Made in Germany“. Der Titelsong bildet auch den Opener, läuft im Radio, und kommt leicht sentimental daher; der Song packt nicht nur den Fan, sondern wird als Single sicherlich die Hitparaden entern. Der Wechsel kommt sofort danach, ein deutlich härterer Rhythmus beim Hinweis „Ich guck das Spiel, Schatz“, da werden Prioritäten gesetzt, entweder Fußball oder Sex. Für die thematische und musikalische Entspannung lässt man danach den „Hund ohne richtigen Namen“ sorgen, der diesen Titel zum Familienurlaub beisteuert. Rockig folgt der Wechsel zu einem aktuellen Thema, der Papa als Hausmann, der den Haushalt organisiert, denn „Mama macht Karriere“. Man hört keine Ironie aus dem Text heraus, also scheint es sich eher um ein Loblied auf solche noch nicht alltäglichen Verhältnisse zu handeln. Über Beziehungskrisen gibt es in „Wäre, würde, hätte“ dann einiges zu erzählen. Darauf geht es doch etwas positiver weiter, Truck Stop versprechen einem nicht näher bezeichneten Mädel wohl keineswegs uneigennützig „Wenn du jemand suchst … da wüsst ich einen“, und der Titel ist auf jeden Fall einer von mehreren Anspieltipps. Es kann aber auch tragisch laufen, wie die Cowboys der Nation in „Wenn Männerherzen brechen“ schildern, und es gibt auch im Alltag Unangenehmes, wie den Ärger mir den „Nachbarn“, den sie hier ebenfalls musikalisch verarbeiten. Als weiterer Anspieltipp gilt unbedingt die Aussage „Weil du es bist“, eine sehr gefällige Melodie, ein origineller Text, dies würde man gerne als Single im Radio hören. Die passenden Ergänzungen liefern das Geständnis „Ich habe keinen Plan“, und die aufeinander abgestimmten Feststellungen „Nicht der Typ“ und „Ohne Frauen wie dich“, alle im riesigen Areal der Beziehungen zwischen Mann und Frau angesiedelt. Dazu zählt auch die Schlussfolgerung in „Raus aus meinem Kopf …“, die da lautet „… rein in mein Leben“. Ein „Letzter Halt“, beendet eine tolle CD, die musikalisch eng an den Vorgänger „Männer sind so“ anschließt, und im besten Sinne eine Produktion abgibt, wie man sie von den Cowboys der Nation erwartet und erhofft hatte. Im farbigen Booklet finden sich sämtliche Texte und mehrere aktuelle Bilder der Band.

Ulrich K. Baues