CD: Glen Campbell – Adiós

Der Grund für diese Veröffentlichung ist tragischer Natur. Bei Glen Campbell lautete vor einigen Jahren die Diagnose „Alzheimer“. Einer der erfolgreichsten Interpreten der US-Country Music verabschiedet sich von seinen unzähligen Fans mit dieser CD. Glen Campbell – fast wäre er einer der Beach Boys geworden, unvergängliche Songs wie „Galveston“ oder „Rhinestone Cowboy“ verdanken wir ihm, unvergessen seine Rolle als Texas Ranger neben John Wayne in „Der Marshall“, unwiederbringlich seine gelungenen Duette mit Bobbie Gentry und Anne Murray. Diese jetzt erschienenen elf Titel nahm Glen nie zuvor auf. Beim Opener und gleichzeitig als Single-Veröffentlichung geplanten „Everybody’s Talkin‘“ handelt es sich um den Soundtrack-Titel aus dem Hollywood-Drama „Aspalt-Cowboy“ (mit u. a. Jon Voight), womit Harry Nilsson 1969 seinen ersten großen Erfolg landete.
Willie Nelson schrieb nicht nur vor fast sechzig Jahren den Song „Funny How Time Slips Away“, sondern begleitete Glen hierbei im Studio auch gesanglich. Mit „She Thinks I Still Care“ aus der Feder von Dickey Lee, sowie „A Thing Called Love“ von Jerry Reed, nahm sich Glen zwei unstrittige Klassiker der Country Music vor. Die Frage “Am I All Alone (or is it only me)?” wurde von Roger Miller gestellt, und er singt sie auch als kurzes Intro – daher lautet die Titelanzahl der CD auch „zwölf“. Direkt danach startet jedoch der eigentliche Song, worin Glen durch Vince Gill unterstützt wird. Der „Arkansas Farmboy“ enthält klar biografische Inhalte, keine Überraschung, wurde Glen doch 1936 in der Nähe von Delight in Arkansas geboren. Der letzte CD-Track ist dem Titelsong „Adiós“ vorbehalten. Wie viele von Glens Erfolgstiteln wurde auch dieser von Jimmy Webb geschrieben, und Linda Ronstadt landete 1990 damit einen mittelprächtigen Erfolg. „Adiós, Adiós” lautet die Schlußzeile im Refrain, womit Glen nun sein musikalisches Werk angemessen abschließt.

Text: U. K. Baues
Foto: R. Gehring