Buck Owens – The Biography

Die Autorin wagt sich mittels dieser detaillierten Biografie an die Beschreibung von Leben und Karriere des kalifornischen Country-Music-Superstars Buck Owens. Dessen starker Einfluss auf zahlreiche Musiker wie beispielsweise Dwight Yoakam ist völlig unstrittig. Der im März 2006 verstorbene Künstler gibt in diesem Buch allerdings ein höchst widersprüchliches Bild ab. Da ist einmal der von unzähligen Fans gefeierte Interpret, dessen Hitbilanz wirklich ungemein beeindruckend ausfällt; unzählige Singles erreichten in den sechziger und siebziger Jahren vordere Plätze der entsprechenden Charts der Fachzeitschriften Billboard und Cash Box, und ebenso erging es den LP-Veröffentlichungen. Auch war Buck bereits 1970 einer der ersten Musiker, der sich dem eigentlich noch gar nicht spruchreifen Thema “Videoclips“ stellte. Und die Mitwirkung in der TV-Serie “Hee-Haw“ verstärkte die Popularität zusätzlich noch ungemein. Doch es gab daneben noch seine dunkle Seite, nämlich, wie er teilweise mit den Mitgliedern seiner Begleitband Buckaroos umsprang, und vor allen sein Verhalten gegenüber Frauen. Bucks diesbezüglicher “Verschleiß“ kann nur als übermäßig angesehen werden. Ebenso grenzwertig gestaltete sich sein Gebaren als Geschäftsmann. Die Autorin gibt hier sehr viele Beispiele für die nicht immer als untadelig anzusehenden Verhaltensweisen des Stars, sei es geschäftlich oder eben privat. Unstrittig bleibt jedoch, wie tief ihn der Unfalltod von Buckaroo Don Rich im Juli 1974 traf. Der Hochglanzteil in der Buchmitte zeigt mehrere Dutzend s/w-Fotos aus den unterschiedlichen Phasen in Bucks Leben, teils mit Gattinnen, teils mit den Buckaroos. Die Biografie schließt mit einer ausführlichen Sessionografie, sowie angefügter Diskografie. Wer übrigens anstelle der Paperback-Ausgabe eine gediegenere Version bevorzugt, kann sich diese Biografie für US-$ 24,95 als gebundenes Buch ins heimische Regal stellen (ISBN: 978-1-55652-768-5).

Ulrich K. Baues