Buch: Greenback Dollar – The Incredible Rise of the Kingston Trio

Der Name Kingston Trio taucht kaum einmal in den Hitparaden der Country Music auf. Lediglich in den Country Singles Charts des US-Fachmagazins Cashbox gab es 1958 eine einzige Notierung, natürlich für den Song “Tom Dooley“. Neun Wochen lang hielt er sich dort, und die höchste Plazierung lautete Position 16. In den frühen achtziger Jahren folgte dort noch ein kleines, fünf Wochen dauerndes Intermezzo mit der Single “Looking for the Sunshine“, welcher ein nicht sonderlich beeindruckender Platz 71 beschieden war. Die drei Musiker zählten zum Genre der Folk Music, und das Trio bestand – in später wechselnden Besetzungen – seit 1954. In San Francisco fielen sie 1958 einem Talentsucher auf, und erhielten einen Plattenvertrag bei Capitol. Die nach ihnen benannte, erste Langspielplatte bewirkte anfangs fast gar nichts, aber wenig später spielte der DJ einer Radiostation einen Titel daraus häufig in seiner Sendung, nämlich “Tom Dooley“. Capitol brachte diesen Folk-Song als Single heraus, und ein Welthit war geboren. In den USA landete die Scheibe auf dem ersten Platz der Pop-Hitparaden, und in Europa verkaufte sich der Titel ebenfalls hervorragend. In Deutschland gab es gleich mehrere Coverversionen: die Nilsen Brothers, ebenfalls ein Trio, nahmen nicht nur diesen Song auf Deutsch auf, und standen damit hierzulande wochenlang auf dem ersten Platz der Singles-Charts, sondern lieferten mit “Tom Dooley 2“ sogar noch eine – allerdings wenig erfolgreiche – Fortsetzung. Sogar ein “Tom Dooley Trio“ gründete sich in Deutschland. Und noch 1959 entstand mit “Keine Gnade für Tom Dooley“ (The Legend of Tom Dooley) sogar ein Western, mit Michael Landon (später als Little Joe Cartwright in “Bonanza“ berühmt geworden) in der Titelrolle. Aber es wäre unfair, das Kingston Trio auf diesen einen Song zu reduzieren. Im vorliegenden Buch erfährt man die (Erfolgs-) Geschichte der Musiker. Auch nach dem Abebben der “Dooley“-Welle standen sie mit ihren LPs immer noch mehrfach an der Spitze der Verkaufscharts und trugen immens zum Folk-Revival der späten fünfziger und frühen sechziger Jahre bei. Unter den Mitgliedern weiterer Besetzungen fand sich sogar der Name John Stewart, der als Songwriter für Erfolgstitel wie “Daydream Believer“ (the Monkees) verantwortlich zeichnete. Inhaltlich endet das Werk in den späten sechziger Jahren, was dem Untertitel des Buches entspricht. Es enthält im Bildteil eine ganze Reihe von s/w-Aufnahmen, die sicherlich teilweise wenig bekannt sein dürften. Leider fehlt eine Diskografie, oder zumindest eine Empfehlung hinsichtlich des vorliegenden musikalischen Angebots.

Ulrich K. Baues