Buch: But Enough About Me – A Memoir

Das Erscheinen der bislang letzten offiziellen Autobiografie seitens Burt Reynolds‘ liegt nun schon mehr als zwanzig Jahre zurück („My Life“, ISBN 978-0-7868-6130-9, 1994), und auch die teils darauf verfassten Entgegnungen seiner früheren Lebensabschnittsgefährtin Loni Anderson („My Life in High Heels“, ISBN 978-0-6881-4272-8, 1995) sind nur unwesentlich jünger. Eine Menge geschah inzwischen, und daher dürfte diese Ergänzung nicht nur den Fans hochwillkommen sein. Burt fasst hier sein interessantes und vor allem ungewöhnliches Leben zusammen. Man erinnere sich: im Fernsehen spielte er 1959 eine Hauptrolle in „Riverboat“ (nicht in Deutschland gelaufen), und vor allem von 1962-1965 in mehreren Staffeln von „Rauchende Colts“ mit, und war 1970/71der „Dan Oakland“ in der gleichnamigen Krimiserie. Im Film gab es viele Hauptrollen in Western, wie „Sam Whiskey“ (1969), er wirkte 1972 in „Beim Sterben ist jeder der Erste“ mit, und erlangte 1977 und 1980 besonders durch die „Schlitzohr“-Filme an der Seite von Sally Field und Jerry Reed, sowie 1982 durch „Das schönste Freudenhaus von Texas“ mit Dolly Parton, Kultstatus. In diesem Buch geht er auf viele andere Personen in seinem Leben ein, und benennt die einzelnen Kapitel entsprechend, also „Clint Eastwood“ oder „Hal Needham“. Man wundert sich natürlich über manche Darlegung aus Burts Feder, aber alles klingt irgendwie überzeugend, sogar die Schilderungen über Loni. Interessant, der derzeitige US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump teilt sich hier ein Kapitel mit John Bassett, worin Burt ihn nicht unbedingt anpreist, aber auch nicht niedermacht. Bei Erscheinen der Erstauflage des Buches (November 2015) begannen in den USA ja gerade erst die Vorwahlen. Es gibt auch zwei Hochglanzteile mit Fotos, wovon die Hälfte in Farbe abgebildet ist. Dies allein wäre schon ein großer Fortschritt gegenüber früheren Werken über den Filmstar. Eine der späteren Abbildungen zeigt Burt sogar an der Seite von Willie Nelson, andere natürlich mit Dolly Parton, Jerry Reed, Clint Eastwood, etc. Hinzu gesellen sich noch Schnappschüsse aus dem Privatleben, und mehrere Filmfotos. Das Vorwort stammt übrigens von Jon Voight, bekannt aus „Asphalt-Cowboy“, gleichzeitig Burts Mitdarsteller in „Beim Sterben ist jeder der Erste“, und zuletzt noch beim „Vermächtnis des geheimen Buches“ im Kino zu sehen.

Ulrich K. Baues