The Time Jumpers: The Time Jumpers

Es gibt Künstler, die haben es schlichtweg nicht mehr nötig, sich dem Nashville Circuit zu stellen. Dazu gehören die Musiker der Time Jumpers, die allesamt gestandene Ikonen sind. Sie wissen, was sie wollen und haben die Zeiten, in denen sie Charterfolge hinterherhecheln oder unbedingt die meisten Studiogigs haben müssen, hinter sich gelassen. Und niemand muss sich in der Formation besonders profilieren.
Es geht also recht entspannt ab bei den Time Jumpers. Und dieses wohlige Gefühl überträgt sich mit jedem Ton.
Die Time Jumpers sind Vince Gill, Larry Franklin, Paul Franklin, Ranger Doug Green, Kenny Sears, Dawn Sears, Andy Reiss, Joey Spivey, Jeff Taylor, Billy Thomas und Dennis Crouch. Eine Riesenformation also, die manchmal auch personell wechselt, momentan aber in dieser Stammbesetzung agiert. Jeden Montag spielen sie in Nashville im Station Inn. Das ist inzwischen zu einer Institution geworden, wo sich die Zuschauenden regelrecht auf die Füße treten, so voll ist der Laden jedes Mal.
Auf CD geht’s vollkommen untypisch los mit dem swingenden Instrumental „Texoma Bound“, gefolgt von „Nothing But The Blues“, in dem Kenny Sears den Leadgesang übernimmt. Im Leadgesang wechseln sich Kenny Sears, Dawn Sears, Vince Gill und „Ranger Doug“ Green ab. Zudem harmonieren sie dermaßen unter die Haut gehend in den Harmonien, dass ich glatt eine Gänsehaut bekomme. Herausragend ist immer wieder die unverwechselbare Stimme von Dawn Sears. Meine Güte, steckt da Gefühl und Power drin! Vielleicht eine der besten Stimmen, die es jemals in der Country Music gegeben hat. Unter anderem beweist sie das in „So Far Apart“, in dem Vince Gill mit seiner ebenso unverwechselbaren und großartigen Stimme den Backgroundgesang dominiert.
Das Songrepertoire umfasst alte Klassiker, z. B. den Swing „Texas On A Saturday Night“ aus den frühen 70ern von Mundo Earwood, sowie neue Originalsongs im traditionellen Stil. Wie Vince Gills „New Star Over Texas“ oder „On The Outskirts Of Town“.
Noch mehr Worte über diese unbeschreiblich gute Musik zu verlieren, wäre reine Zeitverschwendung. Für alle, die traditionelle Country Music mögen, ist dies ein Highlight allererster Güte, das es so seit vielen, vielen Jahren nicht gegeben hat.
Iris Paech