SUPER HEIßES XXL COUNTRY-MUSIC-WEEKEND ZU FÜßEN DER JUNGFRAU

INTERLAKEN/SCHWEIZ: MEHR ALS 50 000 BESUCHER

BEIM 22. INTERNATIONALEN TRUCKER- & COUNTRY-FESTIVAL 

Also, ganz ehrlich: in den 15 Jahren meiner Tätigkeit für die INTERNATIONALE COUNTRY MUSIC SZENE habe ich ein solch gigantisches Country-Festival noch nicht erlebt. Es war also an der Zeit, sich mit Flugzeug und der SBB auf den Weg dorthin zu machen. Und: es war ein Traum! Und auch: es ist fast unmöglich, das Gesehene und Erlebte in Bild und Wort zu fassen. Gundula und ich haben es trotzdem versucht.
75 Minuten Flug waren schnell geschafft. Dann weiter ab Zürich mit der SBB – natürlich mit Stoppover in der Hauptstadt Bern – von dort mit einem deutschen ICE bis Interlaken West. Dann zehn Minuten Fußweg und wir waren angekommen in unserem beschaulichen Traditions-Hotel, mit Balkon und fantastischem Blick bei azur-blauem Himmel auf die schneebedeckten Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau – majestätisch, selbst von hier, aus rund 20 Kilometern Luftlinie!
Geduscht und wenig später schon ging‘s mit dem Taxi (wir hatten ja noch nicht den totalen Überblick, obwohl wir die ‚Festival News‘ sowie unsere Festival Pässe vorab per Post zugeschickt bekommen hatten!) Richtung Festival auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in einem langgestreckten weiten, sonnigen Tal direkt unterhalb der Berghänge. Ein paar Fragen, noch ein paar hundert Meter Fußweg Richtung Tower zur Marshall’s Lounge. Dorthin waren wir vom veranstaltenden Trucker & Country-Festival GmbH c/o JUNGFRAU WORLD EVENTS GMBH von Irène Küng-Schmocker, Mgr Marketing Music & Media, die uns beim Eintreffen dort auch persönlich begrüßte, zur Medienkonferenz mit ‚Meet & Greet‘ der US Stars im VIP-Bereich eingeladen worden. Und pünktlich trafen dann auch diese nacheinander dort ein, nahmen am Quertisch (siehe Foto) vorne Platz und beantworteten eine Dreiviertelstunde lang bereitwillig die Fragen der knapp drei Dutzend Medienvertreter.
Zum Abschluss gab es dann noch ein Foto-Shooting, auch für Freunde und gute Bekannte. Natürlich fand auch ich Gelegenheit dazu, dem ein oder anderen die Grüße der Leser von COUNTRY MAG auszurichten, während Gundula Fotos machte. Einige Worte mehr konnte ich mit ’meinem‘ nun fast schon guten alten bekannten HOWARD BELLAMY, aber auch mit dem fantastischen Frontmann RAUL MALO von THE MAVERICKS (auf dem Foto fast nicht wieder zu erkennen, oder?) wechseln. Rundherum schienen alle gut aufgelegt, ernste und lustige Fragen (und auch Antworten) gingen hin- und herüber. Man gab sich gelassen/lässig – und alle waren zufrieden, wie mir schien.
Währenddessen fuhren draußen bereits die ersten Brummis ein, alle Marktstände und Buden des in diesem Jahr zum 1. Mal eingerichteten Westerndorfes waren bereits geöffnet und nicht weit vom riesigen schwarzen Smoker (dort stand bereits eine lange Schlange von Menschen, die wohl besonders auf dieses kulinarische Angebot gewartet hatten) hörte man die ersten rockigen Klänge einer Schweizer Band. Also: let the good times roll!
So, nun hieß es, das Gelände zu erobern, die vier Außenbühnen zu erkunden und vor allem, einen Weg durch die schon jetzt (es war gerade erst 19 Uhr am Freitag) gut gefüllten Wege und Reihen zu finden (gut gelaunte, fröhliche Linedancer überall) auf dem Weg Richtung riesigem 4-Masten-Festzelt (Tente de Fète - alle Hinweise übrigens waren wenigstens zwei-, manchmal auch dreisprachig). Dort spielten dann auch schon die Opener COUNTRY SISTERS aus Tschechien, in gewohnt perfektem Spiel und Outfit mit entsprechend eingeübter Choreografie, einfach Klasse, diese Ladies (fünf von sechs unter 30 – smile). Nach deren kurzem Auftritt (sie übernahmen dann viel später auch noch den Schlusspart von 1 bis 2 Uhr nachts) waren THE DERAILERS (Texas, USA), an der Reihe, zunächst zwar professionell und gekonnt, jedoch (noch) nicht mitreißend, zum Schluss dann jedoch super mit ihrem begeisternden Honky Tonk.
Dann kam der Hammer: THE MAVERICKS (Florida, USA). Okay, anfangs war da etwas mit der Akustik nicht so ganz in Ordnung, aber dann! Seit 2012 nun wieder vereint, brannten sie ein Feuerwerk ab, das seines Gleichen sucht; egal, ob diese siebenköpfige Spitzenformation Songs aus den Neunzigern spielte, oder Titel aus ihrem aktuellen Album Mono, wie z. B. den hier und heute (mal wieder so treffend) passenden Song ‚All Night Long‘. Wer sang da eigentlich nicht mit? Diese Spielfreude und Fröhlichkeit waren echt ansteckend, begeisternd und mitreißend, von 18 bis 80 rissen sie förmlich jeden vom Hocker, obwohl, da waren ja gar keine Hocker. Das Riesenzelt war gut gefüllt, jedoch nicht proppevoll (ähnlich wie zu Beginn des Jahres in der Fabrik in Hamburg bei uns in Deutschland). Lokale und regionale Medien im Berner Oberland sprechen schon davon, das könnte mit Abstand das beste Konzert in der Geschichte dieses Trucker- & Country Festivals überhaupt gewesen sein. Mich persönlich müssen sie da nicht überzeugen! 

Dann der Samstag: sonnig, heißer von Stunde zu Stunde. Ein Wunder, dass der Asphalt nicht schmolz. Tagsüber eine Gluthitze - wie das die vielen Linedancer bloß aushielten? Aber auch die Trucker in ihren rund 1400 (!) eng aneinander gereihten, z. T. exotisch anmutenden Trucks Fahrzeugen, und die Camper? Oder die Fans in ihren Wohnmobilen, und, und, und. Erst gegen Abend kühlte es ein wenig ab. Spät in der Nacht gingen wir an aberhunderten Camps, Autos usw. vorbei, kilometerlang. Überall fröhliches Geplauder, kurios dekorierte Zäune mit einer Art Sichtblende aus leeren Bierdosen, duftenden Grills und kleinen Feuern, man könnte den Eindruck gewinnen, die Menschen bräuchten nicht unbedingt die Live Music, die natürlich im Festzelt für deutsche Verhältnisse richtig Geld, rund 75 Fränkli pro Person und Abend, kostete.
Also, zurück zum Samstag; noch früher Abend. Irgendwo hatten wir auch den Namen einer deutschen Band gelesen: ROCK`N & RODEO. Wir hatten uns mal vor zwölf Jahren beim Countryfest in Wittenberge an der Elbe kennengelernt. Liebenswerte Menschen, exzellente Musiker, aus Regensburg. Gerade in der ersten Setpause, sie sollten heute von 19 bis 23 Uhr spielen und damit auch den späten Besuchern noch tolle Musik bieten. Das hatten sie schon im ersten Set getan. Aus Sweet Home, Alabama, machte Sängerin MAGGIE letztlich „Sweet Home Interlaken“, ’wir sind doch hier nicht in Alabama, sondern in IN-TER-LA-KEN, oder?’ Die wohl an die 1000 Zuhörer/innen unter der großen Überdachung direkt vor der Bühne 1 applaudierten und sangen aus vielen Kehlen mit, tanzten schon jetzt auf den Bänken; na, bitte, geht doch. Überhaupt kam diese rock- & rollige Musik beim Publikum echt gut an. ‚Warum eigentlich nur eine einzige Band aus Deutschland?‘ geht mir da gerade durch den Kopf.
Okay, egal, wir wollten weiter. Im Festzelt spielte dann STEPHANIE URBINA JONES (Texas, USA) mit Band. Hey, klasse. Johnny-Cash-Titel und ihre typischen, wie sie sie nennt, texikanisch/rhythmischen Klänge. Klingt echt gut. Dann, wie angekündigt, die Verleihung anl. der 1. ASTAG TRUCKER AWARD NIGHT – it’s Trucker Time - sie sind ja überall präsent und ohne sie wäre dieses Festival nicht das, was es ist! Dann, 21 Uhr, THE BELLAMY BROTHERS, Howard & David. Routiniert brachten sie ihre unsterblichen Songs, die jeder kennt, die einen rein duselig machen, zu Herzen gehen, seit nunmehr 40 Jahren. Daher auch der CD-Titel: ‚40 Years‘ – zwanzig Evergreens plus zwanzig neue Songs. Die beiden Brüder gaben von allem eine Kostprobe, zusammen mit ihrer hochprofessionellen, liebenswerten Band, die wir schon von einigen Auftritten der letzten fünf Jahre her kennen.
Dann, nein es hörte noch nicht auf, JOHN MICHAEL MONTGOMERY, ebenfalls aus den USA, Kentucky. Er machte mit seiner Stimme und seinem schwarzen Outfit schon auf der Pressekonferenz was her. Ein echter Cowboy mit bereits großen Erfolgen und sogar einer Grammy-Nominierung! Country Music pur, die an- und rüber kommt. Aber auch jetzt, obwohl Samstagabend, war das Zelt nicht ganz voll. Okay, schließlich passten rund 5000 Leute dort hinein, muss dazu auch mal gesagt werden!
Dritter Tag, der Sonntag: Verlosung, Trucker-Gottesdienst mit Taufe, mal die Western City erkunden, die irre lange, legendäre Truck-Meile entlang bummeln (wenn man das überhaupt schafft), vielleicht mal rüber zu den Bikern mit eigenem Campingplatz, die Kinder- und Familien Show mit der Schweizer Kindermusik erkunden, wo die Leierchischte XXL am Nachmittag zur Kinderparty einluden, nochmal das Westerndorf besuchen, mit vier Außenbühnen, rund 30 Bands, weit über 100 Ständen, Shops, Bars und anderen Attraktionen – unglaublich das Ganze! Einmal den Outlaw JOE BANDIT aus Entlebuch erleben. Ja, und dann ging’s allmählich dem Ende dieser grandiosen Veranstaltung entgegen mit dem Blow Up von rund 1400 Trucks. Bei einem solchen Bild liegt der Vergleich mit einem der größten Truck Stops des amerikanischen Westens bei Kingman, Arizona, durchaus nahe! Und später dann am Abend, die Bewohner von Interlaken und Umgebung kennen das schon: die langen Reihen der Trucks und ersten Besucher, die am Montag wieder arbeiten müssen und daher allmählich das Gelände verlassen (müssen) und damit für verstopfte Straßen und Autobahnen in und um diesen so idyllisch zwischen Thuner und Brienzer See gelegenen Ort unterhalb der schneebedeckten Gipfel von Mönch, Eiger und Jungfrau (alle um die 4000 Meter hoch) hier auf ‚nur‘ 550 Metern Höhe sorgen. Bewohner, angereiste Touristen, Hoteliers und alle anderen sehen das gelassen, die Taxifahrer freut es: es ist ja nur einmal im Jahr, dieses großartige, familiäre Treffen von Truckern, Bikern, Cowgirls & Cowboys, Top Musikern und Fans der heimischen wie auch Internationalen Country Music Szene.
Vielleicht gibt es ja ein Wiedersehen:

23. Intern. Trucker & Country Festival Interlaken.
SEE YOU ALL – SAVE THE DATE:
1. bis 3. JULI 2016

In diesem Sinne ‘herzlichen Dank für die freundliche Aufnahme überall‘!

Fotos und Bericht:
Gundula & Wolfgang J. S. Weiher© von und für www.country-mag.de