Poco: All Fired Up

Blue Rose ist stolz darauf, zum ersten Mal Poco auf eigenem Label zu präsentieren.
Poco war vor fast 45 Jahren eine der ultimativen Gründerbands des aufkeimenden Country Rock und zählte bis in die 80er Jahre hinein zu den wichtigsten, herausragenden Vertretern dieser Musikgattung. Country Rock war zwischendurch vielleicht mal unmodern oder es fehlte guter Nachwuchs, aber er war nie wirklich tot. Poco mag seit gut zwei, drei Dekaden nicht mehr so sehr in aller Munde sein, aber die Musiker haben nie aufgegeben. 2013 kommen sie mit einem prächtigen neuen Album zurück auf die musikalische Country Rock-Agenda. „All Fired Up“ ist ihr erstes richtig neues Studiowerk seit über 10 Jahren. Und es kann sich hören lassen!
Rusty Youngs Titelsong als Opener ist in Feeling und Instrumentierung eine einzige Hommage an „Pickin' Up The Pieces“ von 69: dreistimmiger Chorgesang, Dobro, Mandoline, elektrische Gitarre, Pedal Steel - und ein seltener Auftritt von George Grantham mit Percussion. Danach folgt ein ungemein abwechslungsreiches, stimmungsvolles, harmonietrunkenes Programm von gleich fünf weiteren Young-Nummern, vier Stücken von Jack Sundrud und zwei Webb-Beiträgen. Letzterer präsentiert mit „That's What Rock And Roll Will Do“ eine der besseren Nummern übers Altern im Rock-Geschäft, übrigens mit Stones-Legende Bobby Keys als Gast am Saxofon! Jack Sundruds „Hard Country“ ist ein Klassiker mit abwechselnden, jam-ähnlichen Soli von Akkordeon, Orgel, Pedal Steel mit Mandolinen-Untermalung und einem Lap Steel-Finish der Extraklasse. Auch sein „Drink It In“ bietet semiakustisch/elektrischen Country Rock vom Feinsten mit tollem Akkordeon von Michael Webb im Wechsel mit Youngs Dobro und Banjo sowie perfekten Harmoniechören, die die Eagles einst von Poco abgeschaut hatten.
Bandboss Rusty Young hat das neue, wieder so dermaßen attraktive Poco-Konzept voll im Griff. Auch mit seinen Songbeiträgen. Young singt hier mit seiner hellen, jugendlichen Stimme und bildet einen starken Kontrast zu Jack Sundruds kernigem, tiefen Organ. „A Little Rain“ lebt von unbändiger Spielfreude und einer wohl ewig nicht mehr gehörten Dynamik! Young zeichnet auch für die härteste Nummer des gesamten Sets verantwortlich, die Guitar Rock/Orgel-Ballade „Rockin' Horse“. Aber es ist wohl allein vom Thema her sein Song „Neil Young“, der am meisten Gesprächsstoff liefern dürfte. In kongenialer Clone-Manier parodiert er den großen Star, mit dem er damals - so schließt sich der Kreis - in den letzten Tagen Buffalo Springfields zusammengetroffen ist und der ihn vermutlich nicht einmal mehr kennt. "Neil Young is not my brother, we hardly know each other, the DNA is in, and he's not my kin". Killertrack!
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