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Diese Serie lief in den USA in zwei völlig unterschiedlichen Staffeln auf NBC. Mit unter 25 Minuten Laufzeit waren die einzelnen Abenteuer recht kurz gehalten. Die erste Season begann im Januar 1965 noch in s/w, und bis Mai 1965 liefen insgesamt zwölf Episoden. Drei davon, ”The Mission Part 1-3”, starteten unter Verwendung von zusätzlichen Szenen unter dem Titel “”Broken Sabre” als Kinofilm in Farbe, der in Deutschland 1966 als ”Geächtet, gehasst, gefürchtet“ anlief. Die Ausstrahlung der zweiten Staffel begann im September 1965, von Anfang an in Farbe, und endete nach 32 Episoden im April 1966. Aus dieser letzteren Staffel stammen auch die insgesamt dreizehn 1968 für Deutschland synchronisierten Folgen. Mangels Auffindbarkeit aller deutschen Einzelabenteuer bietet Pidax Film hier lediglich elf davon in dieser Box an. Die Serie war hinsichtlich Konzept und Umsetzung ein Ausnahmefall im Bereich der TV-Westernserien. Die Einleitung samt Titelmelodie sind Kult: der US-Kavalleriehauptmann Jason McCord (Connors) verliert in einer entwürdigenden Zeremonie im Fort seine Rangabzeichen. Er wird aus der Armee ausgestoßen und als Feigling abgestempelt. Als einziger Überlebender eines fiktiven Massakers von Bitter Creek in den 1870er Jahren wirft man ihm vor, sich in Sicherheit gebracht zu haben, als seine Kameraden von vertragsbrüchigen Apachen niedergemetzelt wurden. So lautet die offizielle Begründung. In Wirklichkeit lief alles etwas anders, aber dazu muss man sämtliche 48 Folgen kennen, um dann zu bilanzieren: McCord war kein Feigling. In den einzelnen Folgen wird er häufig in böser Form mit der vermeintlichen Feigheit konfrontiert, später jedoch genießt er die Wertschätzung allerhöchster Kreise. Um dies zu verfolgen, sollte man sich die US-Versionen der Serie auf DVD besorgen (s. Western Mail August & September 2005).
In allen Folgen gab es bekannte Gaststars, wie Peter Graves, Rod Cameron, Leif Erickson, Bing Russell oder Burt Reynolds, von denen einige auch in den hier angebotenen Episoden zu sehen sind. Mit Charakteren wie Präsident Grant (Bryant) und General Sheridan (Pickard) werden auch historische Persönlichkeiten einbezogen, und in der leider hier nicht in Deutsch erhältlichen Dreierfolge “Call to Glory” spielt Robert Lansing sogar die Rolle des George Armstrong Custer.
Beide DVDs bieten das fernsehtypische 4:3-Format. Als Sprachen gibt es Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0. Extras sind nicht vorgesehen.

Ulrich K. Baues