Fred Rai bei Reitunfall tödlich verunglückt

Der bekannte Westernreiter, Westernsänger und Westernstadt Betreiber Fred Rai ist gestern bei einem Ausritt mit seinem Pferd zu Tode gekommen. Fred Rai wurde 73 Jahre alt.
Laut Polizei Friedberg (bei Augsburg) war Rai mit seiner Lebensgefährtin auf den Pferden zu einem Ausritt unterwegs, als sein Pferd scheute und er herunterfiel. Ein herbeigerufener Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.
Fred Rai baute bereits vor über dreißig Jahren seine Western Stadt „Western City“ in Dasing bei Augsburg auf. Dort wurden u. a. die süddeutschen Karl-May-Spiele aufgeführt, bei denen Fred Rai selbst gern als Bösewicht mitwirkte. Privat war der sympathische Rai immer schnell beim „Du“ und konnte viele Geschichten erzählen. Unterstützt von Westernmusik tat er das auch auf dem Rücken seines berühmten Pferdes „Spitzbub“ wenn er u. a. auf großen Festivals oder Messen auftrat.
Ich selbst lernte Fred Rai 1988 im Rahmen der Americana in München näher kennen und er lud uns im Anschluß an die Messe noch in seine Western Stadt ein. Ich erinnere mich gerne an die interessanten Geschichten zurück, die er uns über die Entstehung seiner Westernstadt oder Trips nach Mexico erzählte, während uns „Spitzbub“ durch ein Fenster im Stall direkt ins Wohnzimmer zusah.
Fred Rais Western City war aber auch Feriendomizil für Kinder und Jugendliche, Drehort diverser TV Produktionen und immer mehr Reitschule für das Rai-Reiten, einer Form des Western- und Freizeitreitens, bei der der Reiter gänzlich ohne Peitsche, Sporen oder Gebiss auskommt und dem Pferd lediglich durch feine Druck- und Gewichtshilfen  Anweisungen gibt.
Für die Entwicklung dieses sanften Reitstils bekam Fred Rai in den letzten Jahren viele Auszeichnungen.
Auch als Autor hat sich Rai einen Namen gemacht. Sein letztes Buch mit dem Titel „Wiedersehen im Paradies“ vertritt die Auffassung, dass sich Menschen und lieb gewonnene Tiere nach dem Tod an Ende der Regenbogenbrücke wiedersehen werden.
Ruhe in Frieden Fred - und grüße mir Spitzbub am Ende der Regenbogenbrücke

Kai Ulatowski
Fotos: pr