DVD: Man nennt mich Shalako

Auf diese neue Ausgabe des Westerns „Shalako“ warteten viele Fans sehnsüchtig. Zwar gab es ihn seit längerer Zeit bereits auf DVD (s. Western Mail Dezember 2007), doch im vergleichsweise kleinen Letterbox-Format, und in der kürzeren, nur 102 Minuten laufenden deutschen Filmfassung. Demgegenüber stockte man bei Pidax deutlich auf. Es gibt nun das von der Kinoleinwand her vertraute Breitbild im Format 2,35:1, wobei auf den 16:9-Fernsehern oben und unten schwarze Balken erscheinen. Die insgesamt um fast sieben Minuten längeren Abschnitte erkennt man am englischsprachigen Originalton samt den eingeblendeten deutschen Untertitelungen. Auch die Bildqualität änderte sich merklich zum Guten. Es geht ins Neu Mexiko des Jahres 1880. Beim Jagdausflug einer Gruppe Europäer gerät Gräfin Irina (Bardot) in Gefahr, von Apachen gefangen genommen zu werden. Dank des zufällig in der Nähe befindlichen ehemaligen Kavallerieoffiziers Shalako (Connery) wird sie gerettet. Auf dem Rückweg zur Jagdgruppe werden sie von Apachen unter Chato (Strode) gestoppt. Shalako und Chato kennen sich, und unter der Bedingung, dass die Europäer am nächsten Morgen das Reservat verlassen, dürfen sie weiterreiten. Die Gesellschaft unter von Hallstatt (van Eyck) will bei völliger Verkennung der Gefahr nicht weg, und wird darin vom kriminellen Jagdleiter Fulton (Boyd) bestärkt. Dieser nähert sich später Lady Julia (Blackman) an. Shalako reitet zum Fort um die Armee zu holen. In der Zwischenzeit greifen die Apachen schon an, und hätten die gesamte Jagdgruppe aufgerieben, wären sie nicht von Shalako mittels Rauchsignalen weggelockt worden. Fulton und seine Leute nutzen die Situation brutal aus, und überlassen unter Mitnahme von Waffen und Wagen die Europäer ihrem Schicksal. Julia reitet mit Fulton davon. Allerdings greifen die Apachen sie an, und töten bis auf Fulton alle seine Männer, und auch Julia. Shalako kehrt zu den verbliebenen Europäern zurück, stattet sie mit zuvor verborgenen Waffen und Munition aus, und verschanzt sich mit ihnen auf einem halbwegs sicheren Plateau. Fulton stößt wieder zu ihnen, und wird zur Verteidigung eingesetzt. Durch eine List besetzen die Apachen das Plateau, und Chato kämpft gegen Shalako Mann gegen Mann. Shalako gewinnt, schenkt Chato das Leben, und die Apachen lassen die wenigen überlebenden Weißen abziehen. Die Schlussszene zeigt aus weiter Distanz, wie Shalako von der Gruppe fortreitet, und Irina ihm kurz darauf folgt.
Während sich Brigitte Bardot mehrmals in Westernstreifen austoben durfte (e. g. „Petroleum-Miezen“), blieb dies Sean Connerys einziger Ausflug in den Wilden Westen. Erstaunlich, da sich „Shalako“ in den USA unter den dreißig meistgesehenen Streifen des Jahres 1968 plazierte, und auch weltweit die Kinos füllte. Eine LP mit Robert Farnons Soundtrack erschien im gleichen Jahr in den USA auf Philips PHS 600.286, hinterließ aber keine Spuren in den Charts. Die vorherige DVD-Ausgabe begnügte sich hinsichtlich Sprache mit Deutsch in Dolby Digital 2.0 Mono, doch jetzt gibt es dazu auch die englische Fassung. Untertitel sucht man aber weiterhin vergeblich. Das Bonusmaterial besteht aus einem Abdruck des Illustrierten Film-Kuriers, einer Bildergalerie mit überwiegend deutschen Aushangfotos, und dem deutschen Kinotrailer. Da offensichtlich eine englische Filmfassung als Grundlage der DVD diente, fehlt hier die ursprünglich in Deutsch gehaltene Einleitung des Vorspanns.
Ulrich K. Baues