DVD: Ein Weihnachtsengel auf Probe

Die Country-Sängerin Ruby Diamond (Parton) absolviert ihren Auftritt im Honky Tonk von „Charlie’s Mountain Crest Lounge” in Tennessee. Sie will sich danach von ihrem Freund Charlie (Sandy) verabschieden, und findet ihn auf dem Parkplatz. Dort liegt er zusammen mit einer anderen Lady in seinem Wagen. Dies führt natürlich zum Bruch der Beziehung. Ruby fährt wütend alleine los. Unterwegs muss sie überraschend einem Reh ausweichen, und kracht gegen einen Baum. Sie erwacht ganz in weiß gekleidet an der Pforte zum Himmel, die sich aber vor ihr schließt. Jetzt kommt auch der ebenfalls weiß gekleidete Petrus (McDowall) hinzu, und erläutert ihr alles. Er gibt ihr sogar eine Chance: Ruby soll bis spätestens Heiligabend einer Familie in Not helfen. Sie weiß nicht so recht, was da passieren soll, doch sogleich fällt sie zurück auf die Erde, und landet im Vorgarten der Bartilsons. Die Mutter starb vor wenigen Jahren, und der viel beschäftigte Vater Ben (Kerwin) lebt mit den zwei Kindern alleine. Ruby heuert als Kindermädchen an, und beginnt, das schwierige Verhältnis zwischen Vater und den Kindern Sarah (Mack) und Matthew (Marienthal) aufzulockern. Mehrere Rückschläge bleiben nicht aus, denn anfangs widerstrebt es allen, auf ihre Bemühungen einzugehen. Doch nach und nach setzt Ruby sich durch, denn sie ermuntert die Kinder zur Beschäftigung außerhalb ihrer Zimmer. Sie kann nämlich Backen, sie kann Singen und spielt Gitarre, und sie kann Zuhören. Außerdem beginnt sie, dass Haus weihnachtlich zu dekorieren. So etwas gab es alles seit dem Tod der Mutter nicht mehr. Zwischendurch erteilt Petrus in den unterschiedlichsten Verkleidungen immer wieder Ratschläge, was zu tun sei. Auch Bens Kollegin Allison (Del Mar) begrüßt diese Veränderungen, denn sie mag die Kinder, und wäre gerne an seiner Seite. Durch ein Missverständnis gerät die ganze Harmonie kurz vor dem Fest in Schieflage, lässt sich aber dank Rubys Zutun regeln. Somit gibt es dort wieder eine glückliche Familie, und Ruby erfüllte ihre Aufgabe erfolgreich. Allerdings drängt Petrus auf Rubys Rückkehr in den Himmel. Sie schreitet nun durch das besagte Tor, und bekommt ihre Flügel.
Dieser wirklich familientaugliche Weihnachtsfilm wird in den gängigen Filmografien mit „Ein Engel auf Probe“ geführt, wie es auch hier im Vorspann steht. Die Bezeichnung „Weihnachtsengel“ liest man lediglich hier auf dem DVD-Cover und der Disc-Beschriftung. Dolly Parton nutzt die Gelegenheit, vier Songs vorzutragen. Über den Vorspann singt sie „live“ im Honky Tonk den von ihr geschriebenen Titel „Whatcha Tryin' To Do To Me”, den es bislang nicht auf Tonträgern gibt. Im Verlauf der Handlung singt und spielt sie Matthew eine schmissige Version von „Jingle Bells“ vor. Kurz vor Schluss gibt sie im Konzertsaal den „Unlikely Angel“ zum Besten, und wird nach Rückkehr in den Himmel „Halleluja“-singend von einem Gospelchor begleitet. Der Song „Unlikely Angel“ erschien übrigens erst mit fast zwanzigjähriger Verspätung auf Dollys Album „Blue Smoke“ (Dolly Records 88843-03269-2).
Das damals übliche TV-Bild im Format 4:3 verursacht am linken und rechten Bildrand schwarze Balken. Als Tonformat gibt es Dolby Digital 2.0 in Deutsch, ohne Untertitel. Die Originalversion in Englisch wird als „Bonusmaterial“ bezeichnet, und ist mit 87 Minuten zwar etwas kürzer, bietet dafür aber eine deutlich bessere Bildqualität.
Ulrich K. Baues