DVD: Die Bestie der Wildnis

Wer sich als erstes den als Bonus plazierten Trailer ansieht, braucht nicht nervös werden – dieser läuft zwar trotz des großen „Technicolor“-Hinweises in s/w und auch nur in mäßiger Bildqualität, was jedoch erfreulicherweise keine Rückschlüsse auf den eigentlichen Streifen zulässt. Und dieser hat es in sich. Die Scouts Ed Bannon (Heston) und Sandy Mackinnon (Stone) erschießen drei Apachen-Späher. Der Friedensvertrag zwischen dem Stamm und der Armee, der eine Umsiedlung der Apachen von Texas nach Florida beinhaltet, steht auf der Kippe. Bannon warnt Colonel Weybridge (Martin) vor der Heimtücke der Indianer, denn er wuchs bei ihnen auf. Weybridge ignoriert die Warnungen, und gerät prompt in einen Hinterhalt, der für ihn und einen Teil seiner Truppe zur Todesfalle wird. Captain North (Keith) übernimmt das Kommando, und kehrt ins Fort Clark zurück. Sowohl North als auch Bannon bemühen sich dort um die Gunst von Lela (Sinclair), wobei North offenbar über die besseren Chancen verfügt. Bannon widmet sich nun Nita (Jurado), seinem mexikanisch-indianischen Hausmädchen. Nun kehrt auch Toriano (Palance), der Sohn des Häuptlings, aus einer Schule im Osten zurück. Er gibt sich gegenüber der Armee friedfertig, hetzt jedoch seine Stammesbrüder im Hintergrund auf. Dies gipfelt in einen Indianerüberfall auf das Fort, und die von Bannon als Spionin für Toriano entlarvte Nita begeht Selbstmord. Trotz Bannons eindringlicher Warnungen soll trotzdem ein Treffen zwecks Vertragsunterzeichnung stattfinden. Dabei gerät Captain North mit seinen Männern in einen Hinterhalt, und verliert fast die Hälfte der Truppe. Bannon und Mackinnon können durch eine List das Schlimmste verhindern. North übergibt daher das Kommando an Bannon, dem es in der Nacht gelingt, Toriano aus der Mitte seiner Apachen heraus zu überwältigen. Ein für den nächsten Morgen vereinbarter Kampf ohne Waffen zwischen den beiden Kontrahenten geht zugunsten von Bannon aus. Die Apachen erkennen dies an, und ziehen davon. Der spannende Streifen landete in den USA in der Kino-Jahresbilanz für 1953 zwar nur auf dem eher unbedeutenden Platz 120, spielte seine Produktionskosten jedoch komplett ein.
Die von Bannon stets in negativer Form verbreiteten Einschätzungen über die Apachen dürften damals hierzulande für Irritationen gesorgt haben, zählten diese doch dank Karl Mays „Winnetou“ schließlich zu den „edlen“ Indianern. Womöglich beruhigte seinerzeit der Hinweis, dass „Winnetou“ der Häuptling des Mescalero-Stammes war, während hier von Chiricahuas die Rede ist. Man sieht im Film neben Heston und Palance noch weitere bekannte Darsteller, wie Milburn Stone, der als Doc Adams zwanzig Jahre lang inmitten „Rauchender Colts“ in Dodge City praktizierte, oder Katy Jurado, die u. a. neben Elvis Presley in „Harte Fäuste, heiße Lieder“ und mit Kris Kristofferson in „Pat Garrett jagt Billy the Kid“ auftrat, sowie Brian Keith, als „Lieber Onkel Bill“ stets gerne im Fernsehen begrüßt.
Die DVD bietet Deutsch und Englisch in Dolby Digital 2.0. Unter Berücksichtigung des Entstehungsjahres zeigt sich das Bild in ordentlichen Farben. Auf den gängigen 16:9-Fernsehern erzeugt das Filmformat 1,33:1 am linken und rechten Rand schwarze Streifen. Nach Bonusmaterial sucht man bis auf den eingangs erwähnten Kinotrailer vergeblich.
Ulrich K. Baues