Deutsche Musik-Charts 1955 & 1956

Aus der Reihe „Die unerforschten Jahre

Was mit der identisch betitelten Ausgabe für das Jahr 1954 startete (s. Western Mail Januar 2013), findet in diesen Folgebänden eine hochwillkommene Ergänzung. Die Jahreszahlen 1955 und 1956 stehen für die Zeit des musikalischen Umbruchs in den USA durch den Rock’n’Roll, und mittels der jetzt vorliegenden Bücher lassen sich auch die – zunächst eher zaghaften – Auswirkungen auf die deutsche Musikszene beobachten. 1955 bedeutete hierzulande vor allem Caterina Valente, Vico Torriani, dazu viel Hawaii-Musik, Märsche, sowie Heimat- und Seemannslieder. Aber es gab auch wieder einiges aus dem Genre Country & Western, wie Bruce Low mit seinem “Alten Haus von Rocky Docky“. Kleine Sensationen konnten dabei ebenfalls vermeldet werden, beispielweise erreichte Rex Allen mit “Crying in the Chapel“ erneut eine Plazierung, und Webb Pierce gelang mit “In the Jailhouse“ der Einzug in diese Hitparade. Die November-Ausgabe nannte dann erstmalig Bill Haley mit seinem “Rock Around the Clock“. Dem sattelte das Jahr 1956 noch einen drauf, denn Bill Haley stand in den ersten Monaten ganz weit oben, Tennessee Ernie Ford schleppte seine “Sixteen Tons“ in die Charts, Carl Perkins trug seine “Blue Suede Shoes“ dort hinein, und ab Ende des Jahres zeigte dann Elvis Presley, wohin die Reise geht. Von deutscher Seite aus gab es u. a. Gerhard Wendland mit “Bei uns in Laramie“, Ralf Bendix mit “Hotel zur Einsamkeit“, und die Sieben Raben mit “Smoky“ und “Oklahoma Tom“. Neben den reinen monatlichen Charts für (West-)Deutschland gibt es noch die jeweilige Jahreshitparade, dazu auf Bundesländer herunter gebrochene Bilanzen, und viele Anmerkungen zu einzelnen Interpreten und Titeln.

( www.bod.de )

Ulrich K. Baues