CD: Willie Nelson & Merle Haggard – Django and Jimmie

Dies war wirklich eine Riesenüberraschung: nämlich der sofortige Durchmarsch dieser Duett-CD noch in ihrer Erscheinungswoche auf den 1. Platz der Country Charts von Billboard. Beide Musiker stehen schließlich in einem respektablen Alter, wobei Willie Nelson gerade seinen 82. Geburtstag feierte, und Merle Haggard mit seinen 78 Jahren nicht viel weniger aufweist. Bei „Django and Jimmie“ handelt es sich übrigens nicht um die erste Zusammenarbeit der beiden Legenden, man denke nur an die 1983er LP „Pancho & Lefty“, oder an „Seashores of Old Mexico“ aus dem Jahre 1987. Keine Sorge, die beiden wärmen jetzt und hier nicht irgendwelche alten Sachen auf, und es handelt sich auch nicht um eine getarnte „Best of“-Produktion. Hier gibt es ausschließlich neu eingespieltes Material. Der Titelsong ist eine Hommage an die musikalischen Idole der beiden, nämlich an Django Reinhardt und an Jimmie Rodgers. Mit dem fast schon rockig zu nennenden Song „It’s All Going to Pot“ gibt es sogar ein Single-Veröffentlichung, und hier leistete Co-Autor Jamey Johnson gesangliche Unterstützung. Weitere Unterstützung holten sich Nelson & Haggard bei ihrem Nachruf „Missing on Johnny Cash“ in Gestalt von Altstar Bobby Bare, der altersmäßig übrigens genau zwischen ihnen steht. Mit „Swinging Doors“ und „Somewhere Between“ bedienen sich die zwei aus dem Repertoire von Haggards Kompositionen aus den sechziger Jahren, und mit der „Family Bible“ steuert Nelson auch eines seiner Frühwerke bei. Einen weiteren Oldie hört man in Gestalt von „Don’t Think Twice“, aber der gesamte Rest besteht aus neuen Songs, wie „Unfair Weather Friend“ oder „Alice in Hulaland“. Insgesamt vierzehn Titel finden sich auf der CD versammelt, in jenem unverwechselbaren Sound, wie man ihn – besonders als Fan von Willie Nelson – eigentlich auch erhofft hat. Das dem Digipak beiliegende Booklet zeigt die beiden Stars bei den Aufnahmen, und nennt die Details zu den Songs und Sessions.

Ulrich K. Baues