CD: Sylvie Vartan – Sylvie in Nashville

Es gab in Frankreich 1964 bereits einmal eine LP von Sylvie Vartan, betitelt als “Sylvie À Nashville”, mit insgesamt zwölf Aufnahmen. Wer sich für viel Geld später die japanische CD-Ausgabe davon zulegte, braucht sich nun aber nicht zu grämen, denn “Sylvie in Nashville“ bietet völlig neues Material, stellt also keine Wiederveröffentlichung dar. In Frankreich gibt es von dieser aktuellen Produktion sogar eine Vinyl-LP, sowie eine mittels Making Of-DVD aufgewertete Sonderausgabe zu kaufen (Sony 88883-77050-2). Die Ex-Gattin von Frankreichs Rock’n’Roll-Idol Johnny Halliday besuchte im Vorjahr die Starstruck-Studios in Nashville und zeichnete dreizehn Titel auf, fast alle in französischer Sprache. Jedoch geriet “Sylvie in Nashville“ trotz dieser Gegebenheiten nicht zu einem reinen Country-Album. Der Opener mit Bob Segers “Against the Wind“ beginnt allerdings vielversprechend und startete unter dem Titel “Cheveux a verit“ bereits als erste Single. Und zu den weiteren Songs zählen z. B. “I Like It, I Love It“, worin Sylvie trotz des in Englisch belassenen Titels auf Französisch in Konkurrenz zu Tim McGraw tritt, oder “Dans le bayou“, eine gelungene Version von Roy Orbisons “Blue Bayou“. Von den Judds kennt man bestimmt noch “Why Not Me“, von Sylvie hier in “Loin d’ici“ umgesetzt, oder von Reba McEntire “Strange“, welches hier unter dem Titel “Ciel“ zu hören ist. Andere Aufnahmen jedoch klingen eher Pop-orientiert, auch wenn unter den Songwritern Namen wie Kristian Bush (Sugarland) zu finden sind. Einziger Beitrag in englischer Sprache und gleichzeitig Abschluss der CD ist “Come a Little Closer“. Das illustrierte Booklet mit sämtlichen Songtexten erleichtert den Einstieg in die französischsprachigen Wortlaute ungemein.

Ulrich K. Baues