CD: Ringo Starr – Postcards from Paradise

Den US-Diskografien zufolge handelt es sich bei „Postcards“ erst um das 18. Studioalbum von Ex-Beatle Ringo Starr. Man hätte hier eine wesentlich höhere Zahl erwartet, doch – dies erklärt die Differenz – zählen die Produktionen mit seinen verschiedenen All-Starr-Formationen, sowie die zahlreichen Live- oder unzähligen Best of-Veröffentlichungen, da nicht mit. „Postcards“ ist ein echtes Ringo-Werk; bei sämtlichen Titeln taucht sein Name als Co-Autor auf, und er stellte sich auch als Produzent zur Verfügung. Das ganze Werk wurde in seinen Roccabella-Studios aufgenommen, und bei der Mische wirkte Ringo ebenfalls mit. Elf Titel in einer dreiviertel Stunde, darunter einige kleine Schätze, wie der Opener „Rory and the Hurricanes“, worin er der Liverpooler Band huldigt, der er vor seinem Beatles-Leben angehörte. Manche Songs klingen zumindest originell, so der fünfminütige Titelsong, der auch soeben als Single herauskam; in dessen Textfolge werden zwei Dutzend Beatles-Titel aufgezählt. „Bridges“ schleppt sich trotz Joe Walshs Unterstützung etwas mühsam dahin, wogegen die „Right Side of the Road“ dank Peter Frampton durch originelles Arrangement gefällt, und an Reggae erinnert. Und mit der Aufforderung „Not Looking Back“ offeriert Ringo endlich geradezu Country-lastiges Material. Bei „Island in the Sun“  handelt es sich nicht um das Harry-Belafonte-Opus, dafür wirkte hier eine ganz Ansammlung All-Starr-Mitglieder mit. Auch „Touch and Go“ ließe sich wohl problemlos in eine Country-Veranstaltung einbauen, ohne stilistisch aufzufallen. Die beiden Schlusstitel „Confirmation“ und „Let Love Lead“ bieten schlichte Rockmusik, nicht schlecht, aber eher unauffällig. Das Booklet strahlt ebenfalls Schlichtheit aus, außer Coverfoto keinerlei Illustrationen, lediglich die Songtexte samt Produktionsnotizen sind aufgeführt.

Ulrich K. Baues