CD - Becky Gaber: We’re Not In Kansas Anymore

Eigentlich stammt Becky Gaber aus dem Heavy Metal. Ihr Markenzeichen sind Dreadlocks, Tattoos und Piercings. Und auf der Bühne gibt sie sich wie ein Rockstar. Und dennoch ist die Tochter eines amerikanischen Vaters und einer deutschen Mutter auch eine tolle Countrysängerin.
Mit ihrem Album „We’re Not In Kansas Anymore“ beweist sie das in jedem Ton. Beginnend mit der Up-Tempo-Nummer „If Someone Deserves It“ zeigt sie sogleich, wo ihr Stil liegt, nämlich in den neotraditionellen Country Music. Im Double-Tempo präsentiert sie „Good Love Gone Bad“ und in der Ballade „Maybe Tomorrow“, die Becky ihrer Großmutter gewidmet hat, verdeutlicht sie ihr stimmliches Können auch in ruhigen Klängen. Geschrieben hat sie alle Texte für die Songs des Albums selbst, beim Komponieren war Vito Papotto neben ihr dabei.
In „Stick To The Cliche“ erklärt sie, dass es nichts Schlechtes ist, anders zu sein als andere. Im Titelsong „We’re Not In Kansas Anymore“ erzählt sie davon, ein Kind zu haben und wie sehr sich dadurch alles verändert. In „Try To Move On“ singt sie vom Loslassen. Verpackt in neotraditionelle Country Music wird daraus eine Meganummer! Mein persönlicher Favorit des Albums! Allerdings gibt’s da noch so einige Highlights mehr. Wie den Walzer „One Last Breath“, den Becky für ihre Ehefrau geschrieben hat. Ach ja, Becky liebt eine Frau. Auch das passt offiziell nicht so wirklich in die Countryszene. Oder doch? Ich finde, Becky beweist, dass das eine so gar nichts mit dem anderen zu tun hat! Sie ist eine großartige Sängerin und Songschreiberin, die mit ihrem 11 megastarke Songs umfassenden Debütalbum sehr deutlich zeigt, dass sie es absolut drauf hat, außerordentlich gute Songs zu schreiben und mit ihrer einzigartigen Stimme zu intonieren. Ganz großes Kino!

Iris Paech

www.beckygaber.com