CD: Andreas Gabalier – Mountain Man

Nach der CD „Home Sweet Home“, und besonders seit deren ergänzender „International Special Edition“ (s. Country-Mag vom 10. 11. 2014) lag die Meßlatte für den selbsternannten Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier sehr hoch. Übersprungen oder gerissen? Aus hiesiger Sicht eher gerissen, denn im Gegensatz zum vorherigen Album erfolgten diesmal keine Aufnahmen in Nashville, was den jetzt stark auf Mainstream ausgerichteten Sound erklärt. Hier gibt es ganz unterschiedliche Stile und Rhythmen, und die CD klingt beim ersten ‘reinhören doch zumindest recht abwechslungsreich. Man kennt vermutlich bereits die Radiosingles „Verliebt, verliebt“ oder den textlich nicht ganz ernst zu nehmenden Titelsong. Viel Tempo bietet Andreas darin auf, ebenso in „Dirndl lieben“, „Hulapalu“ oder bei der „Königin der Alpen“, worin keineswegs auf Sissi abgehoben wird. Während einer Party dürften solche Songs sicher auf reichlich Resonanz stoßen. Andererseits gibt es auch balladenhafte Werke, wie „Das kleine Haus“, oder sogar nachdenkliche Aussagen in „A Meinung haben“. Die „Seezeit“ ist dagegen nur eine aufgepeppte Version der Aufforderung „Ab zum See“ aus der „Home Sweet Home“-CD. Beim Ratschlag „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ nahm sich Gabalier tatsächlich den Soundtrack-Titel aus dem Film „Dschungelbuch“ vor, und der Schlußsong „Edelweiß“ entstammt dem Streifen „Sound of Music“. Aber zumindest einem einzigen Titel kann hier uneingeschränkt Zustimmung erteilt werden, denn das weit mehr als sechs Minuten lange Versprechen „Es wird alles wieder gut“ kommt im besten Rock’n’Roll-Sound a la „Kansas City“ aus den Lautsprecherboxen. Das illustrierte Booklet enthält die Texte aller dreizehn Aufnahmen, was zum Verständnis der im steiermärkischen Dialekt eingesungenen Passagen ungemein beiträgt.

Ulrich K. Baues