CD - Alan Jackson: Angels And Alcohol

In Zeiten, in denen man nicht genau weiß, ob der Zug fährt, die Piloten der Lufthansa uns pünktlich von A nach B fliegen, oder ob Griechenland nächsten Monat noch den Euro als offizielle Währung hat, da ist eines unabdingbar sicher: Wenn Alan Jackson eine neue CD veröffentlicht, dann ist es zu 100% Country Music!
So auch bei „Angels And Alcohol“, der aktuellsten CD des Künstlers aus dem US-Bundesstaat Georgia, der nach 25 Jahren Top Karriere auf mittlerweile sein 16. Studioalbum mächtig stolz sein darf. Und wir Fans bekommen 10 Songs mit einer Spielzeit von knapp 39 Minuten, die mit einem Durchlauf noch lange nicht genug gehört sind.
Etwas ungewöhnlich kommt der Titelsong in der ersten Minute daher. Ruhiger Beginn, statt schneller Opener - aber dann nach gut 60 Sekunden nimmt „You Can Always Come Home“ Fahrt auf und entpuppt sich als zukünftiger Alan-Jackson-Klassiker. Die Geschichte des Songs ist schnell erklärt. Papa Jackson hatte seinem Sohn vor knapp 30 Jahren diese Zeilen mit auf den Weg gegeben, als Alan sich in Richtung Nashville auf den Weg machte. Junge, Du kannst jederzeit nach Hause zurückkommen, waren seine Worte, die auch Alan persönlich an seine Tochter Mattie weitergeben konnte, als diese vor einigen Jahren aufs College ging.
Als zweiter Titel folgt ebenfalls eine komplette Eigenkomposition von Alan Jackson. Mächtig Fahrt nimmt der Song „You Never Know“ auf, der Country Music Elemente gekonnt mit Rock`n Roll Rhythmen verbindet. Steelguitar und Fiddle treffen auf Piano à la Jerry Lee Lewis und klasse E-Gitarren-Parts von Brent Mason.
An Nummer 3 kommt der Titelsong des Albums, eine klassische Countryballade, die davor warnt, die Liebe einer tollen Frau mit Alkohol teilen zu wollen.
Gleich anschließend der erste Song, den Alan nicht selbst komponiert hat, sieben der 10 Titel des Albums hat Jackson selbst verfasst. „Gone Before You Met Me“, eine Mid-Tempo-Countrynummer über das Schöne am einfachen Leben, stammt von den Songschreibern Michael White und Michael Heeney.
„The One You`re Waiting On“ hat Alans Neffe Adam Wright gemeinsam mit seiner Frau Shannon komponiert. Eine schöne Ballade, die Alan Jackson mit seinem einzigartig sanften Bariton konkurrenzlos toll singt. Herrlich auch die unaufgeregten und dennoch enorm packenden Soloparts der Gitarren und der Steelgitarre von Paul Franklin.
Mit „Jim And Jack And Hank“ kommt die erste Singleauskopplung des neuen Albums. Ein typischer Countrysong über die Tücken des Verlassenwerdens, unterlegt mit feinen Gitarren, mal Slide, mal Picking. Sie kann ihn durchaus verlassen, denn seine „Freunde“ Jim und Jack und Hank werden ihn über sie hinwegbringen. Zum Ende kommen weitere Freunde hinzu - Jose, Captain Morgan, Merle, George Strait, Jimmy Buffett und so weiter und so fort. Country as Country can get!
Gespann wartet der Fan auf die Nummer 7 des Albums, traditionell bei Alan-Jackson-Produktionen etwas ganz Besonderes. Dieses Mal der Walzer „I Leave A Light On“ über eine verlorene Liebe. Ganz fantastisch traditionell, und niemand kann es besser als Alan Jackson!
Mit „When God Paints“ haben die Songschreiber Troy Jones und Greg Becker eine inspirierende Countryballade komponiert, die keiner so perfekt interpretieren könnte, wie Alan Jackson. Für einige amerikanische Kritiker der beste Song des Albums. Ich persönlich habe da andere Favoriten. Zum Beispiel den Abschlusssong der CD. „Mexico, Tequila And Me“ ist ein flotter Gute-Laune-Song, der uns mit Akkordeon und  Fiddle auf einen Kurztrip nach Mexico mitnimmt. Jackson kann solche Nummern einzigartig präsentieren ohne die heute oftmals üblichen Hip Hop Anleihen oder stampfende Beats; es funktioniert auch mit einfacher, immer faszinierender flotter Country Music.
Überhaupt fehlen mir auf „Angels And Alcohol“ an keiner Stelle die heute so modernen Beats und Rap-Einlagen. Alan Jackson weiß seine Fans auch nach 25 Jahren an der Spitze immer noch gefangen zu nehmen mit den einfachen, und doch genialen Merkmalen von echter Country Music ohne Schnörkel und doppelten Boden. Mir persönlich zigfach lieber, als hoffentlich kurzlebige Trends anderer Künstler.
Bei Alan Jackson weiß der Fan, was ihn erwartet. Das ist nicht nur gut so, sondern ehrlich und verlässlich. Deshalb eine 100-prozentige Empfehlung meinerseits für das neue Album von Alan Jackson, dem größten schüchternen Superstar aller Zeiten.

Kai Ulatowski

www.alanjackson.com