Buch: Rhapsody in Black – The Life and Music of Roy Orbison

Mit der (Wieder-)Veröffentlichung der CD/DVD „Mystery Girl“ (s. Country-Mag vom 19. Mai 2014) rückte der Name Roy Orbison wieder in den Vordergrund. Der am 6. Dezember 1988 im Alter von nur 52 Jahren völlig überraschend verstorbene Interpret, dessen unverwechselbares Markenzeichen die dunkle Brille darstellte, dürfte den meisten Lesern zumindest als Sänger des Soundtracktitels „Pretty Woman“ aus dem gleichnamigen Film mit Richard Gere und Julia Roberts im Gedächtnis sein. Aber natürlich läßt sich die lange Karriere Orbisons nicht auf diesen einen Song reduzieren. Roy nahm Ende der fünfziger Jahre bei der legendären Firma Sun Records in Memphis mehrere Titel auf, legte zu Beginn der sechziger Jahre mit Hits wie „Only the Lonely“ oder „Dream Baby“ in furiose Weltkarriere hin, tourte u. a. mit den Rolling Stones, und war in den achtziger Jahren sowohl Mitglied der Class of ’55 (neben Johnny Cash, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis), als auch der Travelling Wilburys (u. a. neben George Harrison). Er galt als einer der wenigen Künstler, die in den USA musikalisch der sogenannten „British Invasion“ die Stirn bieten konnten. Und auch in der Hochburg des Beats, also in Großbritannien, gelangen ihm Erfolge in den Hitparaden, nebst ausverkauften Tourneen. Hier schildert Autor John Kruth den gesamten Lebensweg des Künstlers. Außer den beruflichen Höhen und Tiefen widmet er sich auch den teils tragischen Geschehnissen im familiären Bereich. Kruth nutzte die Möglichkeit, mit mehr als zwanzig Personen aus Orbisons Umfeld Interviews führen zu können, und darunter finden sich bekannte Namen wie Bobby Goldsboro, Charlie McCoy, oder Bonnie Raitt. Die beiden Hochglanzteile enthalten farbige Publicity-Fotos von Roy, seltene Bilder mit Kollegen wie John Lennon, Ringo Starr, oder Marianne Faithfull, einige private Aufnahmen, sowie auch das Kinoplakat seines Westerns „The Fastest Guitar Alive“. Im Anhang gibt es eine kommentierte Diskografie der maßgeblichen Orbison-LPs/CDs.

Ulrich K. Baues