Buch: Karel Gott - Zwischen zwei Welten

Bei Karel Gott fühlt man sich stets hin- und hergerissen. Natürlich kennt man seine Erfolgstitel wie „Weißt du wohin“ oder „Lady Carneval“ oder „Die Biene Maja“, und keiner davon wird bei Country Fans unbedingt riesige Begeisterung wecken. Aber es gibt doch noch einiges mehr im Repertoire des tschechischen Sängers. Vielleicht erinnert sich manch einer der Country Fans an das Jahr 1981, als Karel unter dem passenden Titel „Country Album“ eine komplette LP mit Country Songs veröffentlichte – allerdings nur in der damaligen Tschechoslowakei. Doch in der DDR gab es sie jedoch ohne Probleme zu kaufen. Und damit wird dieses Buch plötzlich interessant. Karel erzählt hier seinen Karriere- und gleichzeitig auch Lebensweg, welcher natürlich sehr ungewöhnlich verlief. Es gab dabei Konstellationen, die nur bestanden, weil ein Interpret aus dem Ostblock auch im damaligen Westen große Erfolge erzielte. Und Karel startet seine Biografie denn auch gerade dort, wo man es eigentlich nicht erwartet hätte, nämlich in Las Vegas. Interpreten aus dem europäischen Osten zählten dort in den sechziger Jahren wahrlich zu den Raritäten. Karel gibt dann natürlich auch weitere Stationen seines erfolgreichen Weges zum Besten, bekommt Auszeichnungen in vielen Ländern, tritt in Staaten wie Kuba oder der Sowjetunion auf, und so vieles mehr. Darunter erfährt man auch einiges über Karels ersten Auftritt 1979 bei der „Fan Fair“ in Nashville. Er berichtet weiter über seine späteren Besuche in der Music City, über seine Begegnungen mit diversen Stars der dortigen Szene jener Jahre, über seinen Auftritt zusammen mit den Jordanaires, usw. All dies hätte man bei Karel wohl nicht vermutet, wogegen andere Berichte über Erfolge in Europa und sein Privatleben schon eher bekannt sein dürften. Im Buch gibt es einen teils farbigen Hochglanzteil, worin sich Karel ein bisschen privat, doch überwiegend mit vielen bekannten Persönlichkeiten zeigt, übrigens auch mit den Jordanaires. Die beiden Autoren lassen Karel in der Ich-Form erzählen.

Ulrich K. Baues