Buch: Hot Country Songs 1944-2012

Beim ersten Einlesen stutzt man – „nur“ 512 Seiten? Der Vorgänger wies doch bereits 669 Seiten auf (s. Western Mail August 2009), und seitdem müssen doch zahlreiche weitere Informationen zugeflossen sein. Ja, beides stimmt – Joel Whitburn vergrößerte das Buchformat auf ungefähre DIN-A-4-Größe, und konnte so alle Angaben auf einer etwas geringeren Seitenzahl unterbringen als bisher, ohne das Schriftbild zu verkleinern. Somit liegen nun fast siebzig Jahre Geschichte der Country Music vor dem Leser, jedenfalls soweit es die im Fachmagazin Billboard publizierten Charts betrifft. Es tat sich seit der letzten Ausgabe eine ganze Menge. Mehr als vier Jahre wöchentlicher Hitparaden der Country Music fanden nun Berücksichtigung, und damit gibt es deutlich erweiterte Bilanzen bezüglich Tim McGraw, George Strait, Taylor Swift, Carrie Underwood, Kenny Chesney, Toby Keith, Brad Paisley, und natürlich auch für viele andere. Mehr als achthundert neue Song-Einträge liegen somit ausgewertet und berücksichtigt vor, für Fans, Diskografen, Journalisten und DJs geradezu ein Muß! Die vertrauten Angaben blieben, womit für alle alphabetisch sortierten Interpreten in chronologischer Folge zu jedem platzierten Titel der Charteintritt, die Verweilzeit, die Höchstposition, und die Plattenfirma samt Katalognummer (soweit vorhanden), genannt werden. Angaben zu den Rückseiten und Songwritern fehlen nicht, und ebenso wenig der jeweilige Gold- oder Platinstatus seitens der RIAA. Alle neuen Künstler wurden selbstverständlich genauso akribisch erfasst, als da wären Easton Corbin, Thomas Rhett, Florida Georgia Line, Brantley Gilbert, um hier nur einige wenige zu nennen. Bei den im Buchanhang vorgestellten Zusammenfassungen änderten sich ebenfalls ein paar Dinge, denn bei den „Top 300 Artists“ gelang Reba McEntire nun der Einzug unter die Top Ten. Bei den „Top 100 Hits“ gibt es mit Taylor Swift und ihrer Feststellung „We Are Never Ever Getting Back Together“ einen einzigen (!) Neuzugang, auf Platz 53. Aktualisiert wurden natürlich auch die CMA-Awards Single bzw. Song of the Year, und die chronologische Liste aller Nummer-1-Hits fand ebenfalls die erwartete Ergänzung, sogar bis Februar 2013. Zwischendurch finden sich Faksimiles einiger alter Hitparaden, und darunter auch die allererste, nur sechs Positionen umfassende Liste vom 8. Januar 1944.

Ulrich K. Baues